Hamburg

Dreister Dieb will 94 Tafeln Schokolade aus Laden stehlen

Die Polizei nimmt binnen drei Stunden sechs Ladendiebe fest. Zwei dachten wohl, ein besonders raffiniertes "Tatmittel" zu haben.

Hamburg. Die Polizei hat über das Stadtgebiet verteilt mehrere Ladendiebe festgenommen. Einer hatte es dabei gezielt auf Süßes abgesehen. In einem Supermarkt in Bergedorf wollte ein 32 Jahre alter Mann nach Angaben der Polizei 94 Tafeln Schokolade sowie weitere Lebensmittel im Gesamtwert von 110 Euro stehlen. Besonders dreist: Der Beschuldigte ging mit einem Koffer in das Geschäft und verstaute darin seine Beute.

Ein Ladendetektiv beobachtete dies und alarmierte die Polizei. Kurz nachdem der 32-Jährige den Supermarkt ohne die Ware zu bezahlen verließ, klickten die Handschellen. Weil bei dem Mann laut Polizei sowohl Flucht- als auch eine Wiederholungsgefahr besteht, kommt der Mann nun vor einen Haftrichter.

Polizei durchsucht Wohnung einer Tatverdächtigen

Neben dem Schokoladen-Dieb gingen der Polizei am Dienstagnachmittag binnen gut drei Stunden fünf weitere Ladendiebe ins Netz. In Ottensen beobachtete ein Ladendetektiv wie zwei junge Frauen in einem Modegeschäft mehrere Kleidungstücke in einem Kinderwagen verstauten. Nachdem beide das Geschäft verlassen hatten, hielt der Mitarbeiter die 16 und 17 Jahre alten Mädchen an. Statt eines Babys fand er in dem Kinderwagen 45 Kleidungsstücke im Wert von mehr als 700 Euro.

Die Polizei entdeckte später eine weitere Tüte mit Hosen, Shirt und Kleidern, die sie anhand der Preisschilder einem anderen Modegeschäft zuordnen konnten. Die Ermittler prüfen nun, ob auch diese 29 Stücke im Wert von 500 Euro gestohlen wurden. Gleiches gilt auch für Kleidung, die bei der Durchsuchung der Wohnung der 17-Jährigen sichergestellt wurden. Weil sich in dem Kinderwagen kein Baby befand, stellte die Polizei diesen sicher. Nach Angaben der Polizei handelt es um ein Tatmittel.

16-Jährige kommt vor einen Haftrichter

Während die 17-Jährige wieder auf freien Fuß kam, weil sie über die deutsche Staatsangehörigkeit und einen Wohnsitz in Hamburg verfügt, sieht es bei der 16-Jährigen anders aus. Die Serbin sei nur zu Besuch und habe somit keinen festen Wohnsitz, so die Polizei. Weil Fluchtgefahr besteht, wird auch in ihrem Fall nun ein Haftrichter entscheiden.

Auch bei den drei weiteren mutmaßlichen Ladendieben wird nun ein Richter entscheiden, ob sie in U-Haft müssen. So hat auch ein 36 Jahre alter Pole, der versucht hat eine Segeljacke zu stehlen, keinen festen Wohnsitz in Deutschland. Laut Polizeibericht löste der Mann beim Verlassen eines Sportgeschäfts in Wandsbek Alarm aus. Der Ladendetektiv hielt den Mann so lange fest, bis die Polizei eintraf.

41-Jähriger droht Ladendetektiv mit seinen Fäusten

Auch in Altona übergaben Detektive zwei Verdächtige an die Ermittler. Ein 30-Jähriger soll in einem Drogerie-Markt diverse Gegenstände in seine Hosen- und Jackentaschen gestopft haben. In einem Elektro-Fachmarkt beobachtete ein Mitarbeiter einen 41 Jahre alten Mann beim Diebstahl. Nachdem er den Laden verlassen hatte, forderte der Ladendetektiv den Mann auf stehenzubleiben. Der Verdächtige drehte sich um und hob seine Fäuste zum Kampf. Die Polizei nahm ihn fest und entdeckte Stehlgut im Wert von rund 200 Euro bei ihm. Weil auch er keinen festen Wohnsitz hat, soll er einem Haftrichter vorgeführt werden.