Hamburg

A1-Sperrung aufgehoben – das ganz große Chaos blieb aus

Mittags am Berliner Tor/Heidenkampsweg: Am Wochenende sorgte die Sperrung der A  1 auch in der Hamburger Innenstadt für lange Staus.

Mittags am Berliner Tor/Heidenkampsweg: Am Wochenende sorgte die Sperrung der A  1 auch in der Hamburger Innenstadt für lange Staus.

Foto: Roland Magunia / Roland Magunia/Funke Foto Services

Nach 56 Stunden Blockade für den Brückenabriss rollt der Verkehr wieder. Am Sonntag lange Staus besonders in Hamburgs Osten.

Hamburg. Als wäre die Autobahn 1 (A1) nie gesperrt gewesen. Am Montagmorgen wurde die 56 Stunden lange Vollsperrung zwischen dem Dreieck Hamburg-Süd und dem Kreuz Hamburg-Ost in Richtung Norden planmäßig aufgehoben. In Richtung Süden allerdings verzögerte sich die Aufhebung der Sperrung wegen des Abrisses einer Brücke um etwa eine Stunde. Und dann kam auch noch ein Unfall am Kreuz Ost dazu. Ab Barsbüttel bildete sich ein Rückstau von derzeit drei Kilometern. Das war aber gar nichts im Vergleich zum vergangenen Wochenende.

Stau auf der A 1, Stau auf der A 7, Stau auf vielen Straßen im Osten des Stadtgebiets: die 56-stündige Sperrung der A1 hat besonders am Sonntag den Verkehr stark beeinträchtigt. Offenbar hatten sich viele Ostseeurlauber auf den Rückweg in die Heimat gemacht. Eine Folge: Auf der als großräumige Umleitungsstrecke genutzten A 7 gab es Richtung Süden zeitweise 20 Kilometer Stau vor dem Elbtunnel.

Stau im gesamten Hamburger Osten

Stark belastet war auch die kleinräumige Umleitung durch den Hamburger Osten. Wer auf der A 1 von der Ostsee kommend die ausgeschilderte Strecke nutzte, stand schon ganz am Anfang, im Kreuz HH-Ost, im Stau. Und dieser Stau setzte sich gegen Mittag auf dem Stadtgebiet fort. A 24 bis zum Horner Kreisel, Sievekingsallee, Bürgerweide, Heiden-kampsweg – überall Stau. Erst nach den Elbbrücken ging es wieder zügiger voran. Ab 16 Uhr schrumpften die Staus wieder. In Richtung Norden hatte es für den gesamten Zeitraum der Sperrung nur wenig Probleme gegeben.

Mit den Verkehrsbehinderungen in Richtung Süden war seitens der Behörden gerechnet worden. Dort war man deshalb zufrieden mit der Verkehrslage. „Die Sperrung ist sehr gut kommuniziert worden“, sagte ein Beamter der Verkehrsleitzentrale. „Offenbar haben sich viele Verkehrsteilnehmer auf die Lage eingestellt.“

So sah es auch der Verkehrskoordinator Christian Merl. „Ein ganz, ganz großes Dankeschön an die Verkehrsteilnehmer, die mit ihrem Verhalten dazu beigetragen haben, dass die Umleitungen funktionieren.“

Keine Probleme gab es auf den Querverbindungen

Völlig ausgeblieben ist das befürchtete Verkehrschaos im Süden der Stadt. Die Querverbindungen zwischen A 1 und A 7, insbesondere die B 73 im Verlauf Buxtehuder Straße und Stader Straße, blieben von größeren Verkehrsbehinderungen verschont.

Stark frequentiert war hingegen die Elbfähre Glückstadt–Wischhafen. Am Sonntag mussten Kunden, die nach Wischhafen (Niedersachsen) übersetzen wollten, zeitweise mit mehr als zwei Stunden Wartezeit rechnen. Auf der Zufahrtsstraße bildeten sich lange Staus. Offenbar waren viele Reisende auf die Idee gekommen, die A-1-Sperrung auf diese Weise zu umgehen. Ursache für den starken Urlauberverkehr war offenbar ein im Norden eher unbekannter Feiertag: Am vergangenen Donnerstag wurde Fronleichnam gefeiert – dieser Tag ist in den mehrheitlich katholischen Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Saarland arbeitsfrei. Wer den Freitag als Urlaubstag dazunahm, konnte sich also auf ein langes, erholsames Wochenende freuen – zum Beispiel an der Ostseeküste. Die Rückreise dürfte dann allerdings weniger erholsam gewesen sein.

Bauarbeiten rund um die Uhr

Erholsam war das Wochenende auch für die Bauarbeiter nicht. Sie arbeiteten rund um die Uhr an einem Projekt, für das die Autobahn 1 rund 56 Stunden lang gesperrt werden musste: den Abriss der ersten Hälfte der maroden Brücke, die die B 5 bei Billstedt über die Autobahn führt. Bei gutem Wetter kamen die Männer und Frauen gut voran. „In der Nacht zum Sonntag war der Abriss durch“, sagte Verkehrskoordinator Merl.

Doch erledigt waren die Arbeiten damit noch nicht. Der Bauschutt, der nun auf der Autobahn lag, musste weggeräumt werden. Ebenso der Sand, der die Fahrbahnen der A 1 vor den herabfallenden Brückenteilen geschützt hatte. Merl war optimistisch, den Zeitplan einhalten zu können. Am heutigen Montag um 5 Uhr früh sollte die Autobahn wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Zusätzlich wurde auch die A25 gesperrt

Für den Abriss der Brücke in Billstedt war die A 1 am Freitag um 21 Uhr gesperrt worden. Betroffen war der rund elf Kilometer lange Abschnitt zwischen den Autobahndreiecken Hamburg-Süd und Hamburg-Ost.

Am Sonntag um 3 Uhr wurde auch die A 25 ab Allermöhe in Fahrtrichtung Hamburg-Zentrum gesperrt. Im Schatten der Arbeiten auf der Autobahn 1 sollten Markierungen erneuert werden. Damit kamen die Fachleute rasch voran. Entgegen der ursprünglichen Planung, die vorsah, die Autobahn erst um Montag um 5 Uhr wieder zu öffnen, konnte eine Fahrspur in Richtung Zentrum bereits am Sonntag um 22 Uhr wieder freigegeben werden.

Betroffen von den Sperrungen waren insgesamt rund 175.000 Autofahrer, die an Wochenenden in der Regel auf der A 1 unterwegs sind, und rund 25.000 Autofahrer, die gewöhnlich sonntags die Autobahn 25 nutzen.