HSBA-Projekt

Wertvolle Rohstoffe: Studenten sammeln alte Handys ein

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Defekte Smartphones enthalten wertvolle Rohstoffe (Symbolbild).

Defekte Smartphones enthalten wertvolle Rohstoffe (Symbolbild).

Foto: Bernhard von Nethen / picture alliance / dpa

60 Prozent der Bestandteile können wiederverwertet werden, die sonst unter menschenunwürdigen Bedingungen gewonnen werden.

Hamburg.  Deutsche Smartphone-Nutzer kaufen sich im Schnitt jedes Jahr ein neues Gerät. Das alte Handy wird meistens nicht fachgerecht entsorgt oder landet in der Schublade. Von Letzteren gibt es in Deutschland schätzungsweise mehr als 120 Millionen Stück. Die Studenten des Masterstudiengangs „Digital-Transformation & Sustainability“ an der Hamburg School of Business Administration (HSBA), sammeln im Rahmen des Forschungsprojekts „Das Smartphone als Rohstoff“, von Donnerstag bis Sonnabend Altgeräte.

Was passiert dann mit den gespendeten Apparaten? Die Telefone werden an die Non-Profit-Organisation Han­dysammelcenter übergeben. „Circa 85 Prozent der gesammelten Handys werden durch das Handysammelcenter in Europa fach- und umweltgerecht recycelt, sodass sich etwa 60 Prozent der eingesetzten Materialien wiederverwenden lassen. Die anderen 15 Prozent eignen sich zur Wiederaufbereitung und Verwendung“, sagt die für das Projekt verantwortliche Professorin Susanne Hensel-Börner.

Daten auf dem Handy werden gelöscht

Im Hinblick auf eine mögliche Wiederverwendung des Handys brauche man sich keine Sorgen um die eigenen Daten zu machen, versicherte die Wissenschaftlerin. Die Daten auf den Telefonen würden mithilfe eines Verfahrens gelöscht, das von der DEKRA zertifiziert ist. Wer ganz sichergehen wolle, könne das Smartphone vorher manuell zurücksetzen.

Beim Recyceln von Smartphones stehen fünf Rohstoffe im Fokus der Verwerter. Kupfer, Silber, Gold, Kobalt und Palladium. Diese werden häufig unter menschenunwürdigen Umständen gefördert – oftmals sind die Mienen illegal und stellen eine enorme Umweltbelastung dar, da die Nebenprodukte des Raubbaus verklappt werden. Hinzu kommt eine Knappheit dieser Elemente. Vor allem Kobalt wird von der Industrie dringend benötigt – es ist ein Hauptbestandteil moderner Akkus. „Es geht mir darum, dass wir vom Reden ins wirkliche Tun und Handeln kommen – im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung. Nicht nur, indem wir darüber reden, forschen und diskutieren, sondern anpacken und etwas tun“, sagt Hensel-Börner über die Motivation, das Projekt mit den Studenten zu initiieren.

Die Geräte können am 13. Juni von 9 bis 20 Uhr abgegeben werden, am 14. und 15. Juni von 9 bis 17 Uhr, Adolphsplatz 6. Für die Abgabe entstehen keine Kosten.

( hplk )

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