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25.000 Rotarier am Wochenende in Hamburg – Hotels sind voll

Das historische russische Schiff Sedov wird zur Rotary Convention in Hamburg anlegen.

Das historische russische Schiff Sedov wird zur Rotary Convention in Hamburg anlegen.

Foto: dpa

Die Rotarier kommen zu ihrem internationalen Jahreskongress in Hamburg – und reisen auf extravagante Weise an.

Hamburg. Einmal im Jahr treffen sich die Rotarier zu ihrem Kongress, zu dem Abgesandte des Clubs aus aller Welt anreisen. 2019 findet die Convention in Hamburg statt. 25.000 Gäste erwartet die Hansestadt wegen des Events am Wochenende. Alles nichts Ungewöhnliches.

Außergewöhnlich ist in diesem Jahr allerdings die Art, wie die Rotarier nach Hamburg reisen, um vom 1. bis 5. Juni hier zu tagen. Sie kommen per Schiff, mit dem Fahrrad oder Oldtimer in der Hansestadt an. Auch aus der Ankunft etwa mit dem russischen Traditionssegler Sedov im Hafen wird dabei ein Event, das Besucher für den guten Zweck anlocken soll.

Großer Ansturm auf Hamburgs Hotels

Zugleich spüren die Hotels in Hamburg, dass großer Andrang herrscht. Die Preise für die Zimmer steigen dementsprechend. "Am kommenden Wochenende sind wir so gut wie ausgebucht, wir haben nur noch sehr wenig Verfügbarkeiten an Zimmern und Suiten in dem Zeitraum zwischen Freitag und Sonntag", heißt es vom Fontenay an der Außenalster. Die Durchschnitts-Rate sei für diese Nächte höher als sonst.

Im Hotel Reichshof am Hauptbahnhof ist die große Nachfrage bei den Preisen ebenfalls zu spüren: Hier kostet das Zimmer für eine Person mit Frühstück in dem Zeitraum der Rotary-Convention 345 Euro pro Nacht. Im Atlantic müssen Gäste mit 500 bis 600 Euro rechnen, das Hotel ist allerdings bereits ausgebucht. Im Grand Elysée werden für den Zeitraum der Tagung laut Internet Zimmerpreise von gut 350 Euro verlangt.

Noch Kapazitäten frei

"Es sind aber noch Zimmer verfügbar", sagte die Landesgeschäftsführerin des Branchenverbands Dehoga, Ulrike von Albedyll, zu der Buchungslage während eines der größten Events, die je in Hamburg stattgefunden haben. "Wir haben seit dem vergangenen Jahr auch einige neue Hotels dazubekommen", sagte von Albedyll. Grundsätzlich seien die Monate Mai und Juni in der Hansestadt sehr gut gebucht.

Die Rotarier haben ihr "Hauptquartier" im Grand Elysée, große Kontingente haben sie aber auch im Radisson, im Mövenpick oder im Crowne Plaza.

Per Schiff, per Rad, per Oldtimer

Die ungewöhnlichen Wege, wie die Rotarier nach Hamburg kommen, im Überblick:

  • Das historische russische Schiff Sedov wird am 25. Mai in Warnemünde abfahren und am Freitag, 31. Mai, gegen 13 Uhr an der Überseebrücke in Hamburg eintreffen. Die Sedov wurde 1921 in Kiel gebaut und ist das größte noch segelnde traditionelle Segelschiff der Welt. Am Sonnabend, 1. Juni, wird das Schiff von 12 bis 18 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Der Erlös aus dem Ticketverkauf fließt in das End Polio Now-Programm. Mit der Aktion bekämpfen die Rotarier Polio in aller Welt.
  • Das Radteam von Rotary "Race Across America" (RAAMs Polio) fährt zusammen mit Mitgliedern der Rotary Fellowship "Cycling to Serve" "Austria" nach Hamburg, um Spenden für das "End Polio"-Programm zu sammeln. In weniger als zwei Tagen wollen rund 16 Teilnehmer die Strecke von Salzburg nach Hamburg mit dem Rad zurücklegen. Die Teilnehmer schließen sich dann in Bergedorf mindestens 120 weiteren Radfahrern der "Hamburg Rotiert"-Tour gegen Kinderlähmung an, um die letzte Etappe der Reise auf dem Rathausmarkt abzuschließen.
  • Die Charity Boat Tour entlang der Elbe beginnt in Bad Schandau mit verschiedenen Booten, die den Staffelstab unterwegs übergeben. Für die letzte Etappe fährt das Passagierschiff Lüneburger Heide um 7.30 Uhr von Geesthacht nach Hamburg und legt am Sonnabend um 10.30 Uhr an der Überseebrücke an. Um 11 Uhr findet eine Zeremonie statt mit der Übergabe eines Lenkrads als Symbol für den globalen Frieden an Bord der Sedov. Der Erlös der Tour fließt in die Jugendaustauschprogramme der Stiftung "Kreisau" für Europäische Verständigung.
  • Motorradfahrer und Mitglieder der International Fellowship of Motorcycling Rotarians (IFMR) werden von zehn Standorten aus nach Hamburg reisen, darunter München, Berlin, Frankfurt am Main und Frankfurt (Oder), Zürich und Innsbruck. Nach der Ankunft in Deutschland fahren die Biker von Lüneburg mit einem Zwischenstopp am Heiligengeistfeld durch die Petersburger Straße zur Hamburg Messe. Etwa 100 Teilnehmer sind angemeldet, die um 12 Uhr am Sonnabend bei der Messe ankommen wollen.
  • Das Antique Classic & Historic Automobile World Fellowship (ACHAFR) und die Rotary Oldtimer Freunde Deutschland (ROFD) fahren mit Oldtimern von Adendorf entlang der Elbe nach Hamburg, manche von ihnen reisen sogar aus Italien an. Nach einem Zwischenstopp im PROTOTYP-Museum in Hamburg werden die 38 Fahrzeuge als Kolonne gegen 12 Uhr auf der Hamburg Messe und Congress eintreffen.

Über Rotary: Die 1,2 Millionen Mitglieder der Organisation sind in mehr als 35.000 Rotary Clubs in über 200 Ländern und Regionen organisiert. Im Mittelpunkt ihres Engagements stehen nach eigenen Angaben ein besseres Leben für ihre Mitbürger und eine poliofreie Welt. In Deutschland setzen sich 56.000 Mitglieder, meist Führungskräfte, in 1.100 Rotary Clubs für dieses Ziel ein.

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