„Steig um!“-Aktion

So ist das, wenn eine große Familie ihr Auto abgibt

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Für Harald Buchheister (53) hat sich das Fahrrad als beste Alternative erwiesen. Maria Weigl

Für Harald Buchheister (53) hat sich das Fahrrad als beste Alternative erwiesen. Maria Weigl

Foto: Maria Weigl

Teurer, aber entschleunigend – das erste Fazit der "Steig um!"-Teilnehmer. Favorit der sechsköpfigen Familie ist das Fahrrad.

Hamburg. Als sechsköpfiger Haushalt auf das Auto zu verzichten – dieser Herausforderung stellt sich Familie Buchheister aus Othmarschen bei der Aktion „Steig um!“ von Umweltbehörde und Abendblatt. Für drei Monate gab sie ihr Auto ab – dafür bekommt die Familie monatlich 400 Euro, um alternative Verkehrsmittel zu testen.

Inzwischen finden auch die vier Kinder von Stefanie (47) und Harald (53) Buchheister die Aktion gut – es ergaben sich aber auch Probleme. „Als sechsköpfige Familie kommen wir mit dem zur Verfügung gestellten Geld nicht aus“, erzählt Stefanie Buchheister. Die Preise der alternativen Verkehrsmittel, besonders die der Deutschen Bahn, seien dafür viel zu hoch und die Angebote zu unflexibel. „Außerdem muss man mehr Zeit einplanen“, so Stefanie Buchheister. Mehrere Aktivitäten an einem Tag mit der Familie seien da kaum noch möglich.

Verzicht auf den Multivan

Darin stecke jedoch auch ein Vorteil. „Man entschleunigt seinen Tag“, sagt die 47-jährige Mutter. Und Erledigungen sind weiterhin motorisiert, aber insgesamt umweltfreundlicher zu erledigen. Für einen Einkauf im Baumarkt hat sich das Ehepaar ein „Car2Go“ geschnappt. Dort ist der Familienvater bereits seit fünf Jahren angemeldet.

Schon vor der Aktion haben die Buchheisters versucht, so gut es geht auf ihren VW Multivan zu verzichten – mit Erfolg. Sie nutzten das Angebot des HVV und ihre eigenen Fahrräder. So wurden aus dem Großeinkauf mehrere kleine Einkäufe. Früher habe man jedoch oft auf das Auto zurückgegriffen, so Stefanie Buchheister. Zum Beispiel dann, wenn das Wetter schlecht war oder die Kinder eilig zur Schule mussten. Vor und auch noch während der Aktion hätten sie alle Alternativen zum Auto ausprobiert.

Fahrrad bleibt Favorit

Das Fahrrad bleibt aber der klare Favorit. Trotzdem möchte das Paar sein Auto am Ende der Aktion nicht verkaufen. Am liebsten würden sie zwar ganz darauf verzichten, aber als Großfamilie ist das zur Zeit noch nicht möglich. Es sei noch zu unpraktisch und viel zu teuer. Die Buchheisters überlegen jedoch, eine private Initiative zu starten. Wer möchte sein Auto teilen? Ist es möglich, ein gemeinsames Auto zu organisieren? „Es wäre schön, wenn man sich zum Beispiel als Nachbarschaft ein Auto teilen könnte“, meint Stefanie Buchheister.

( hpmw )

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