Wilhelmsburg

16-Jähriger Serienräuber überfällt Bekannten – Festnahme

Ein Einsatzfahrzeug der Polizei fährt mit eingeschaltetem Blaulicht vorbei.

Ein Einsatzfahrzeug der Polizei fährt mit eingeschaltetem Blaulicht vorbei.

Foto: dpa

Jugendliche bedrohte sein Opfer mit einem Butterflymesser. Erst vor zwei Wochen war er aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Hamburg.  Nach einem Überfall auf einen 15-Jährigen haben Polizisten einen 16 Jahre alten Jugend­lichen festgenommen. Der Täter hatte sich ausgerechnet ein Opfer gesucht, das ihn kannte. Auch der Polizei ist der Verdächtige bestens bekannt. Er ist Intensivtäter und fällt bereits seit Jahren durch Straftaten auf. Zudem hatte der 16-Jährige auch immer wieder im Gefängnis gesessen. Erst vor zwei Wochen war der Jugendliche aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Zuvor hatte er etwa zwei Monate im Jugendgefängnis Hahnöfersand eingesessen. Danach lebte er in einer Wohngruppe. Aus der war er plötzlich verschwunden. Am Montagabend passte er an der Bushaltestelle nahe dem Krankenhaus Groß-Sand in Wilhelmsburg einen Jugendlichen ab, der gerade aus dem Bus gestiegen war. Er lockte ihn in eine Grünanlage. Dort zückte der 16-Jährige ein Butterflymesser und bedrohte den Jungen, der sein Handy herausgeben musste.

Diebstähle und Raubüberfälle

Das Opfer ging kurz nach dem Überfall zur Polizei und nannte den Namen des verdächtigen Jugendlichen. Die Polizei fahndete nach ihm. Wenige Stunden später wurde er in Wilhelmsburg festgenommen. Die Polizei leitete ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz – Butterflymesser sind verboten – und des räuberischen Diebstahls ein.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der Jugendliche erneut dem Haftrichter vorgeführt. Der 16-Jährige, der in den vergangenen Jahren in mehreren staatlichen Wohnprojekten und Jugendeinrichtungen lebte, war bereits im Kindesalter wegen Straftaten aufgefallen. Die Verfahren mussten immer eingestellt werden, weil er strafunmündig war. Aber auch nachdem er 14 Jahre alt wurde, machte er weiter. Die Polizei ermittelte wegen Diebstählen, Raubüberfällen und der schweren Körperverletzungsdelikte gegen ihn.

Mehrere Wochen in Untersuchungshaft

Schon im vergangenen Jahr hatte er mehrere Wochen lang in Untersuchungshaft gesessen. Bei der Polizei wird er wegen der Menge der Straftaten als „Intensivtäter“ geführt. Die Staatsanwaltschaft führt den 16-Jährigen zudem als sogenannten Protäkt-Täter – unter diesem Namen werden seit mehr als zehn Jahren jugendliche Gewalttäter erfasst, die bereits eine „verfestigte kriminelle Karriere“ aufweisen. Ob der 16-Jährige am Dienstag tatsächlich in Untersuchungshaft musste, war noch nicht bekannt.