23. Mai

Was Hamburg für die Lange Nacht des Grundgesetzes plant

Das Grundgesetz wird im Mai 70 Jahre alt.

Das Grundgesetz wird im Mai 70 Jahre alt.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Zum Jubiläum laden Senat und Bürgerschaft zu Diskussionen, Konzerten, Kunstprojekten, Filmen und Lesungen an 13 Orten der Stadt ein.

Hamburg. Wenn das deutsche Grundgesetz am 23. Mai 70 Jahre alt wird, dann steigt in Hamburg die Lange Nacht des Grundgesetzes. Senat und Bürgerschaft laden zu Diskussionen, Konzerten, Kunstprojekten, Filmen und Lesungen an 13 Orten der Stadt ein. Bislang 29 Kooperationspartner aus Gesellschaft, Medien, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft beteiligen sich an dem umfangreichen Programm.

„Freie Entfaltung der Persönlichkeit, Gleichheit, Meinungs-, Religions-, Kunst- und Versammlungsfreiheit sind Werte, die in unsere DNA übergegangen sind. 70 Jahre Grundgesetz sind für uns darum ein Grund zu feiern“, sagte Justizsenator Till Steffen (Grüne) bei der Vorstellung des Programms. „Du hast das Recht, … die ganze Nacht durch die Straßen zu ziehen“, lautet daher nicht ganz zufällig das Motto der Langen Nacht.

Gleichzeitig wies Steffen darauf hin, dass aufgrund der aktuellen politischen Entwicklung das Grundgesetz häufiger im Gespräch ist als noch vor ein einigen Jahren. „In diesen Zeiten, in denen Recht und Rechtsstaat für einige nicht mehr selbstverständlich sind und Werte, die wir lange als unumstößlich erachtet haben, ins Rutschen gekommen sind, ist die beste Zeit, das Grundgesetz zu feiern“, sagte der Grünen-Politiker.

Lange Nacht des Grundgesetzes: Symphoniker laden zu Konzert

Eröffnet wird die Lange Nacht von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am 23. Mai um 17 Uhr im Eingangsfoyer des Oberlandesgerichts (OLG) am Sievekingplatz. Ein Höhepunkt ist die Erstaufführung des Grundgesetz-Kurzfilms, den das Abendblatt in Zusammenarbeit mit der Zeit-Stiftung produziert hat: Hamburger Prominente lesen ausgewählte Artikel aus dem Grundgesetz vor und diskutieren darüber.

Die Nichtregierungsorganisation Transparency International lädt um 19 Uhr zum „Speed-Debating Grundgesetz“ in das Haus 73 am Schulterblatt (Schanzenviertel) ein. Die Kunsthalle beteiligt sich mit der Ausstellung „KP Brehmer: Korrektur der Nationalfarben“ an der Langen Nacht (Beginn: 18 Uhr). Um 19.30 Uhr wird auf Kampnagel das Theaterstück „Yasmin“ des syrischen Regisseurs und Schauspielers Fadi Al-Sabbagh zum Thema Flucht aufgeführt.

Die Bar Central Congress an der Steinstraße (Altstadt) wird gleich zweimal zur politischen Bühne: Um 21 Uhr kommen Gäste am runden Tisch zusammen, um über „Kunst und Kunstfreiheit“ zu diskutieren. Um 22.30 Uhr lautet das Thema „Digitalisierung und Recht“. Im Großen Hörsaal des „Museums am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt“ berichten Rechtswissenschaftler von 21 Uhr an in einem gemeinsamen Vortragsabend des Max-Planck-Instituts und der Bucerius Law School unter dem Motto „Guten Abend, Grundgesetz“ von ihren Forschungen. Die Symphoniker Hamburg, die sich als Denkendes Orchester sehen, spielen von 21 Uhr an Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Joseph Haydn im OLG-Foyer.

Weitere Informationen gibt es auf www.grundgesetz.hamburg. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.