Bürgerschaftswahl

Weinberg soll Spitzenkandidat der CDU werden

Marcus Weinberg (M.) mit Roland Heintze und Freya Graefin Kerssenbrock, die im Kompetenzteam den Bereich Sicherheit und neues Vertrauen in den Rechtsstaat übernehmen soll.

Marcus Weinberg (M.) mit Roland Heintze und Freya Graefin Kerssenbrock, die im Kompetenzteam den Bereich Sicherheit und neues Vertrauen in den Rechtsstaat übernehmen soll.

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Der Landesvorstand legt sich auf den Altonaer Bundestagsabgeordneten fest. Das letzte Wort hat nun der Landesparteitag.

Hamburg. Der Altonaer CDU-Bundestagsabgeordnete Marcus Weinberg soll Spitzenkandidat seiner Partei für die Bürgerschaftswahl am 23. Februar 2020 werden. Der Landesvorstand hat den 51 Jahre alten Lehrer am Sonntag nun auch offiziell und einstimmig nominiert. Ein CDU-Landesparteitag soll Weinberg nach der Sommerpause auf Listenplatz eins wählen und damit zum Herausforderer von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) küren.

„Ich spüre großes Vertrauen in mich in Partei und Fraktion, das war ausschlaggebend für meine Entscheidung. Heute war schon Aufbruchsstimmung zu spüren“, sagte Weinberg bei seiner Vorstellung. „Ich will Brücken bauen über alle politischen und gesellschaftlichen Gräben hinweg. Zusammenhalt macht eine Stadt zukunftsfest“, sagte der designierte Spitzenkandidat, der betonte, dass die Übernahme dieser Aufgabe für ihn als Hamburger eine besondere Ehre sei.

Weinberg: "Stadt braucht eine neue Geschichte"

Laut Weinberg ist „in den vergangenen Jahren Vertrauen in die Politik und den Senat verloren gegangen“, unter anderem wegen der schweren Ausschreitungen rund um den G-20-Gipfel. Der rot-grüne Senat verwalte die Stadt nur. Unwichtiges werde in den Vordergrund geschoben, Wesentliches verdeckt. „Und in politischer Not werden Hunderte Millionen Steuergelder verschwendet für teure Fehler und kurzfristige Erfolge“, sagte der CDU-Politiker. „Unsere Stadt braucht eine neue Geschichte, eine Vision und ein Leitbild 2030“, sagte Weinberg, der in den nächsten Monaten ein Kompetenzteam und einen Expertenkreis um sich scharen will.

Trepoll verzichtet auf Spitzenkandidatur – das Interview

„Wir haben als Partei einen Gestaltungsanspruch und deswegen ist unser Wahlziel eine Regierungsbeteiligung. Opposition will ich mir nicht antun“, sagte Weinberg, der auf seine Erfahrungen im einstigen schwarz-grünen Bündnis in Hamburg wie in der aktuellen großen Koalition in Berlin hinwies. In Hamburg seien mehrere Konstellationen denkbar. „Ich traue mir zu, die eine oder andere Koalition mit zu entwickeln“, sagte der CDU-Politiker.

CDU-Landeschef Roland Heintze und Bürgerschaftsfraktionschef André Trepoll hatten ursprünglich die frühere niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan als Spitzenkandidatin vorschlagen wollen, die jedoch wegen einer schweren Erkrankung absagen musste. „Vieles von dem Konzept für die Stadt, das wir mit Aygül Özkan umsetzen wollten, findet sich jetzt wieder. Marcus Weinberg ist für uns der richtige Kandidat für das, was wir für Hamburg entwickeln wollen“, sagte Heintze.