Hamburg

A1 wird zur Dauerbaustelle – die wichtigsten Arbeiten

Mit freier Fahrt auf der A1 zwischen Moorfleet und Öjendorf ist es bald vorbei. Baustellen machen die Strecke 2019 zum Nadelöhr.

Mit freier Fahrt auf der A1 zwischen Moorfleet und Öjendorf ist es bald vorbei. Baustellen machen die Strecke 2019 zum Nadelöhr.

Foto: arcelo Hernandez / Marcelo Hernandez

Viele Einzelmaßnahmen werden den Verkehr auf der Autobahn in diesem Jahr behindern. Der Zeitplan im Überblick.

Hamburg.  Ein Brückenabriss, Fahrbahnsanierungen und das Anbringen eines Aufprallschutzes: Vier große Baustellen werden in diesem Jahr den Verkehr auf der Autobahn 1 in Hamburg beeinträchtigen. Das hat die Verkehrsbehörde am Donnerstag mitgeteilt. Unter anderem ist die Vollsperrung eines Abschnitts der beliebten Ostsee-Route am vorletzten Juniwochenende geplant. Im gesamten Jahr müssen sich Autofahrer auf Behinderungen zwischen dem Dreieck Hamburg-Südost und Hamburg-Ost einstellen.

Noch in diesem Monat beginnen die Ertüchtigungsarbeiten. Hintergrund der fast ein Jahr dauernden Ausbesserung ist, dass die A 1 vom Jahr 2020 an als Ausweichstrecke der A-7-Dauerbaustelle dienen soll. Während der fünf Jahre dauernden Erweiterung der A 7 von sechs auf acht Spuren südlich des Elbtunnels rechnen die Verkehrsplaner mit einer erheblichen Mehrbelastung der A 1. Schon jetzt passieren täglich 120.000 Autos den Hamburger Teilabschnitt der Autobahn.

Vollsperrung der A 1 kurz vor den Sommerferien

Den größten Einschnitt bei den Bauarbeiten des Jahres 2019 bringt dabei ein Brückenabriss an der Anschlussstelle Billstedt mit sich. Dafür muss die A 1 am 22. und 23. Juni zwischen Öjendorf und Moorfleet voll gesperrt werden – es ist das Wochenende vor den Sommerferien in Hamburg. Der Neubau für die maroden B-5-Brücken über die Autobahn wird insgesamt bis 2021 dauern. Für Pendler aus Bergedorf soll während der Bauzeit auf der B 5 eine wechselseitige Verkehrsführung eingerichtet werden.

In Richtung Norden wird sich auf der A 1 schon vom Sonnabend an das Anbringen eines Aufprallschutzes an den Brückenpfeilern des Oststeinbeker Wegs bemerkbar machen. Bis Ende Juni stehen nur zwei von drei Fahrspuren zur Verfügung – bei schönem Wetter ein Nadelöhr zu den Ostseestränden. Von Mai an wird der Verkehr auch in der Gegenrichtung nur zweispurig durch die Baustelle geführt.

Sanierung sei Teil eines Gesamtplans

In der zweiten Jahreshälfte beabsichtigen die Planer, die A 1 auch am Kreuz Hamburg-Süd zu sanieren. Bis zum Dezember sollen dort ein neuer Brückenpfeiler installiert und die Betonschutzwand zwischen den Richtungsfahrbahnen erneuert werden. Dafür sei die Sperrung von je einer Fahrspur pro Richtung unerlässlich. Den Autofahrern stehen ein halbes Jahr lang nur noch drei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung. Der Verkehr werde geführt wie zurzeit am Kreuz Hamburg-Nordwest – das habe sich bewährt.

Christian Merl, Hamburgs Baustellenkoordinator für Autobahnen, erhofft sich von der diesjährigen Ertüchtigung der A 1 eine Entlastung für die kommenden Jahre: „Wenn an der A 7 von 2020 an fünf Jahre lang gebaut wird, brauchen wir mit der A 1 eine zweite Achse, die funktioniert“, sagt Merl. Deshalb seien die vielen Einschränkungen in diesem Jahr unausweichlich – und Teil eines übergeordneten Gesamtplans. Hier die Baustellen im Detail.

Brücke Oststeinbeker Weg

Weil der Brücke über die A 1 der gesetzlich vorgeschriebene „Anprallschutz“ an den drei Pfeilern fehlt, soll sie dahingehend saniert werden. Die Arbeiten an den Fundamenten und die Sperrung einzelner Spuren der A 1 beginnen schon an diesem Freitag, 20 Uhr, und enden erst im November. Dafür soll zunächst eine zweispurige Verkehrsführung Richtung Norden (Ostsee) bis zum 25. Juni eingerichtet werden. Vom 25. Mai an wird auch der Verkehr Richtung Süden nur zweispurig über die Baustelle geführt. Erst ab Mitte August stehen wieder alle Fahrspuren in beiden Richtungen zur Verfügung – allerdings werden sie wegen der Baustelle verengt.

B-5-Brücken/Abfahrt Billstedt

Die beiden parallel verlaufenden B-5-Brücken über die Autobahn weisen erhebliche Beton- und Unfallschäden auf. Sie müssen abgerissen werden. Die gesamte Maßnahme dauert bis 2021. Der erste Abriss ist am Wochenende 22./23. Juni geplant und macht eine Vollsperrung der Autobahn notwendig. Die Umleitung wird über die Anschlussstellen Moorfleet und Öjendorf ausgeschildert. Neben der Vollsperrung wird es an dieser Stelle der A 1 bis Oktober immer wieder zu Behinderungen und Sperrungen einzelner Fahrstreifen kommen. Um den Verkehr auf der B 5 für Bergedorf-Pendler nicht zum Erliegen zu bringen, werden die beiden Brücken nacheinander abgerissen – eine bleibt jeweils bestehen. Von April an soll die Engstelle zunächst einspurig je Richtung geführt werden, alternativ sollen Autofahrer die A 25 nutzen. Nach Ostern wird die B 5 vormittags zwei Fahrstreifen stadteinwärts haben, nachmittags stadtauswärts.

A 1/A 255 Kreuz-Süd

Von Juni bis Jahresende wird das Autobahnkreuz im Hamburger Süden nur drei Spuren je Fahrtrichtung haben – die linken Überholspuren bleiben gesperrt. Grund ist die Instandsetzung der mittleren, in die Jahre gekommenen Betonschutzwand, die nicht mehr den nötigen Schutz gewährleistet. Zudem soll ein zusätzlicher Brückenpfeiler einem Teil der Anschlussstelle mehr Stabilität verleihen. Neue Messungen hatten statische Probleme offenbart. Auch dabei wird es zu Behinderungen kommen, die Arbeiten ziehen sich bis zum April 2020.

Vierspuriger Ausbau

Nach dem A-7-Ausbau sind weitere Projekte an der A 1 bereits ins Auge gefasst. Von 2025 an soll der gut acht Kilometer lange Abschnitt zwischen Harburg und dem Dreieck Hamburg-Südost von sechs auf acht Spuren erweitert werden. Während dieser Arbeiten ist auch geplant, das Dreieck Hamburg-Süd sowie die Brücken über die Norder- und die Süderelbe neu zu bauen. Hintergrund ist, dass Experten bis 2030 mit einem Anstieg auf 160.000 Fahrzeuge pro Tag rechnen, jedes vierte davon ein Lkw. Nebeneffekt des Ausbaus: Die 6000 Bewohner in Kirchdorf-Süd bekommen Lärmschutz.

E-Highway

Der Bau der fünf Kilometer langen Teststrecke für elektrisch betriebene Lkw auf der A 1 zwischen Lübeck und Reinfeld schreitet voran. Nachdem die Masten errichtet und Fahrdrähte gespannt wurden, sollen im Mai die ersten Lkw die Strecke befahren. Der Betrieb ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Es handelt sich um eine von bundesweit drei Teststrecken, die vom Bundesverkehrsministerium mit etwa 14 Millionen Euro unterstützt werden.