Approbation

Fall Kuck: Gesundheitsbehörde akzeptiert Niederlage

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) muss die juristische Niederlage um die Approbation von Prof. Karl-Heinz Kuck (Asklepios) akzeptieren.

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) muss die juristische Niederlage um die Approbation von Prof. Karl-Heinz Kuck (Asklepios) akzeptieren.

Foto: picture alliance / Christian Charisius/dpa

Senatorin Prüfer-Storcks verzichtet auf Berufung im Streit um Approbation. Prof. Kuck (Asklepios) vom Gericht rehabilitiert.

Hamburg. Die Hamburger Gesundheitsbehörde von Senatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) hat die juristische Niederlage um die Approbation von Prof. Karl-Heinz Kuck (Asklepios St. Georg) akzeptiert. Man verzichte auf eine Berufung, sagte ein Sprecher. Die Behörde hatte dem renommierten Kardiologen Kuck die Zulassung als Arzt entzogen, weil er 2016 wegen Abrechnungsbetruges verurteilt worden war. Er konnte weiterarbeiten, weil seine Klage dagegen aufschiebende Wirkung hatte.

Das Hamburger Verwaltungsgericht hatte entschieden, die Approbation müsse ihm sofort zurückgegeben werden. Kuck sei aufgrund seiner integren Arbeit für Kassen- und Privatpatienten "würdig, weiter als Arzt zu arbeiten", sagte Richter Dietrich Hölz bei der Urteilsbegründung.

Prof. Kuck wird weiter als Kardiologe arbeiten

Prüfer-Stocks‘ Behörde teilte jetzt dem Abendblatt auf Anfrage mit: „Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) hat auf die Berufung im Fall Prof. Kuck verzichtet, weil nach kritischer Würdigung der Urteilsbegründung dieser Einzelfall für eine Bewertung von Verfehlungen bei der persönlichen Leistungserbringung von Krankenhausärzten nicht geeignet erscheint.“

Das bedeutet zweierlei: Man sieht keine Erfolgschancen in einer Berufung und den Fall Kuck nicht als exemplarisch an, um Fehlverhalten im Gesundheitswesen anzuprangern. Beobachter sagten auch, dass die Senatorin natürlich den Eindruck vermeiden muss, sie führe einen Feldzug gegen den prominenten und von Prominenten unterstützten Arzt Kuck. Dahingehend hätte eine Berufung interpretiert werden können. Der Richter hatte eigens darauf hingewiesen, dass Kuck juristisch weder einen Bonus noch einen Malus habe.

Nach Abendblatt-Informationen sondiert Kuck (66) neue Jobangebote. Sein Vertrag bei Asklepios endet am 30. Juni dieses Jahres. Es gilt als sicher, dass er weiter in einer kardiologischen Klinik arbeiten wird, vermutlich in der Metropolregion Hamburg. Die Strahlkraft des Arztes ist so groß, dass er viele Herz-Patienten anziehen wird. Asklepios hat in dem UKE-Professor Stephan Willems und einem neuen Team bereits einen namhaften Kuck-Nachfolger verpflichtet.