Wetter

Sturm im Norden: Unfälle, Schäden, Chaos im Bahnverkehr

Naturschauspiel trotz stürmischem Wetter: Nach einem Regenschauer lässt sich die Sonne blicken und erzeugt diesen Regenbogen.

Naturschauspiel trotz stürmischem Wetter: Nach einem Regenschauer lässt sich die Sonne blicken und erzeugt diesen Regenbogen.

Foto: HA/Michael Rauhe

Der Start in die Woche verläuft stürmisch. Schneeregenschauer und Bodenfrost möglich. Weiter Auswirkungen auf den Bahnverkehr.

Hamburg. Sturmtief folgt auf Sturmtief folgt auf Sturmtief ... Nach "Bennet", "Cornelius" und Eberhard sorgt nun "Franz" für Wind, Kälte und Regen in Hamburg und Norddeutschland. "Es geht stürmisch weiter", sagt Dominik Jung von wetter.net. "Wir haben gerade typisches Aprilwetter im März, mit Regenschauern, Graupelschauern und auch Schneeregenschauern in den kommenden Tagen". Die Tageshöchsttemperaturen werden sechs Grad voraussichtlich nicht übersteigen. Dazu bleibt es stürmisch: In Böen kann der Wind eine Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde erreichen.

Verantwortlich für das regelrechte Schietwetter ist laut Jung eine Westwetterlage, die vom Atlantik her zu uns zieht und Wolken, Wind und Regen mitbringt. "Auch am Dienstag bleibt es stürmisch, am Mittwoch kann es sogar Windböen mit bis zu 80 km/h geben", so Jung. Eine grundlegende Wetteränderung sei erstmal nicht in Sicht.

Bodenfrost möglich

Achtung, Autofahrer: Nachts können die Temperaturen auf 0 Grad sinken, sodass auch Bodenfrost möglich sei: "Es kann plötzlich glatt werden", warnt Jung. "Wir haben noch kalendarischen Winter, auch wenn wir im Februar von hohen Temperaturen und mildem Wetter verwöhnt wurden."

Landesforsten warnen nach Sturmtief vor Betreten der Wälder

In Südniedersachsen warnen die Landesforsten vor dem Betreten der Wälder. In vielen Bereichen seien Wege durch umgestürzte Bäume blockiert. Zudem drohten angebrochene Stämme umzustürzen und abgeknickte Äste herabzufallen, sagte ein Sprecher am Montag. Das ganze Ausmaß der Schäden in den Wäldern sei noch nicht abzusehen. Priorität habe es zunächst, Straßen und Wege wieder passierbar zu machen.

Ausfälle im Bahnverkehr

Nach dem Sturmtief „Eberhard“ müssten sich Reisende weiter auf Verspätungen und Ausfälle im Bahnverkehr einstellen, teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn mit. Besonders Langstreckenverbindungen von Süden nach Norden könnten noch vereinzelt ausfallen. Wie viele Verbindungen aktuell betroffen seien, sei unklar. Reisende sollten sich vorab informieren, ob ihr Zug wie angekündigt fahre.

Hier geht es zur Bahnhofstafel der Deutschen Bahn

Auch im Regionalverkehr und auf den Straßen kam es zum Start in die Woche zu Behinderungen. Die Nordwestbahn-Linien von Paderborn nach Kreiensen sowie von Ottbergen nach Göttingen waren am Sonntagabend ausgefallen. In Osnabrück hatte die Bahn für gestrandete Reisende Züge zum Schlafen bereit gestellt. Diese Schlafzüge seien mittlerweile wieder im regulären Einsatz, sagte die Sprecherin. Hunderte Bahn-Mitarbeiter zogen am Morgen los und begannen, Zugstrecken von umgestürzten Bäumen und Gestrüpp zu befreien.

Auswirkungen auch in Niedersachsen

In Niedersachsen hat das Sturmtief zudem für Hunderte Einsätze bei Polizei und Feuerwehr gesorgt. Besonders betroffen war der Landkreis Göttingen, dort rückten die Einsatzkräfte mehr als 220-mal aus, wie die Polizei am Montag mitteilte. Verletzt wurde bei dem Sturm niemand. Zwanzig Straßen waren am Montagmorgen im Landkreis Göttingen gesperrt, weil Bäume umgestürzt waren. „Alles was nicht niet- und nagelfest war, ist hier durch die Luft geflogen“, sagte ein Sprecher.

Die Autobahn 7 musste am Sonntagabend für rund drei Stunden bei Hann. Münden gesperrt werden, nachdem ein Baum auf die Fahrbahn gestürzt war. Der Verkehr habe sich in Richtung Süden auf zeitweise acht Kilometer gestaut, teilte der Sprecher mit. Im restlichen Niedersachsen ist es in der Nacht ruhiger geblieben. In Braunschweig habe es 14 Einsätze gegeben. Im Landkreis Osnabrück wurde die Feuerwehr elf Mal alarmiert: Autos waren wegen Glätte von der Straße abgekommen. Auch dort wurde niemand verletzt.

Mehrere Todesopfer in Norddeutschland

Am Freitag hatte der Sturm über Norddeutschland vier Tote gefordert: Bei einem schweren Unfall mehrerer Fahrzeuge mit einem Viehtransporter auf der Autobahn A24 aus Hamburg Richtung Berlin sind zwischen Zarrentin und Wittenburg (Mecklenburg-Vorpommern) drei Menschen ums Leben gekommen.

Der Fahrer eines Smarts kam bei einem Unfall auf der Bundesstraße 206 bei Bad Bramstedt ums Leben .Zum Unfallzeitpunkt herrschten starke Seitenwinde. Die Polizei nimmt dies als eine mögliche Ursache für das Abkommen von der Fahrbahn in Betracht.