Eißendorf

79-Jähriger soll behindertes Kind missbraucht haben

Ein 79 Jahre alter Mann soll sich an einer Behinderten vergangen haben (Symbolbild).

Ein 79 Jahre alter Mann soll sich an einer Behinderten vergangen haben (Symbolbild).

Foto: Ralph Peters / Imago

Anklage erhoben. Mann sitzt in Haft. Ermittler des Landeskriminalamts prüfen, ob er weitere vergleichbare Taten beging.

Hamburg. Ein 79 Jahre alter Mann hat sich nach Erkenntnissen der Polizei an einem schwerbehinderten Mädchen vergangen. Als Busfahrer, der regelmäßig behinderte Kinder fährt, hatte er auch die Zwölfjährige gefahren. Der Mann sitzt nun in Haft. Ermittler des Landeskriminalamts prüfen, ob er weitere vergleichbare Taten beging.

Auf dem Waldparkplatz am Vahrenwinkelweg (Hamburg-Eißendorf), nahe einem Sportverein und einem Kinderspielplatz, soll sich die Tat ereignet haben. Ein Spaziergänger hatte beobachtet, wie der alte Mann das Kind in dem Bus missbrauchte. Der Zeuge informierte zunächst die Firma, für die der 79-Jährige fährt. Die schaltete sofort die Polizei ein. So hatten Ermittler schnell die Personalien des Fahrers. Auch das Mädchen konnte ermittelt werden.

Das alles geschah Ende November vergangenen Jahres. Für die Beamten der Fachdienststelle für Sexualdelikte (LKA 42) gestalteten sich die Ermittlungen schwierig. Das Kind ist so schwer behindert, dass es keine konkrete Aussage zu der Tat machen konnte. Trotzdem gelang es, Beweismaterial gegen den 79-Jährigen zu sichern. Darunter war auch die DNA des Mannes. In seiner Vernehmung stritt der 79-Jährige, der bis dahin als unbescholten galt, die Vorwürfe ab. Die sichergestellten Spuren belasteten ihn aber so stark, dass ein Richter dringenden Tatverdacht sah.

Anklage gegen den Mann erhoben

Jetzt ist Anklage gegen den Mann erhoben worden. Er wird sich wegen des Alters des Opfers vor der Jugendkammer des Landgerichts verantworten müssen. Fälle, bei denen ältere Männer Kinder missbrauchen, die nicht zum familiären Umfeld oder privaten Bekanntenkreis gehören, sind in der Vergangenheit selten bekannt geworden.

Für Aufsehen hatte 1994 ein Fall in Hamburg gesorgt. Ein damals 62-Jähriger hatte in Ohlstedt eine Neunjährige entführt und mehrere Tage in seinem Haus missbraucht und gequält, bevor er sie aussetzte. Später stellte sich heraus, dass er ein Serientäter war, der mindestens ein weiteres Mädchen missbraucht hatte und ein drittes Mädchen entführen wollte. Als „Kinderschänder von Ohlstedt“ ging Hans-Gerold B. in die Hamburger Kriminalgeschichte ein. Er wurde in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen, wo er starb.

2010 lockte ein 70-Jähriger zwei zehn und 13 Jahre alte Jungen aus dem Schwimmbad Billstedt in seine Wohnung und verging sich an ihnen. Zudem hatte er kinderpornografische Fotos angefertigt. Er kam mit zwei Jahren und drei Monaten Haft davon, nachdem er sich geständig gezeigt hatte.