Hamburg

Von der Justizvollzugsschule ins Gefängnis

Till Steffen ist
Hamburgs
Justizsenator.

Till Steffen ist Hamburgs Justizsenator.

Foto: Roland Magunia / HA

19 Absolventen haben Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Die Personallage im Vollzugsdienst ist weiter angespannt.

Hamburg.  19 Absolventen haben jetzt ihre Ausbildung an der Justizvollzugsschule für den Allgemeinen Vollzugsdienst erfolgreich beendet. Innensenator Till Steffen (Grüne) zeigte sich am Donnerstag sichtlich erfreut, denn in Hamburgs Gefängnissen ist die Personallage weiterhin angespannt. „Dass Sie sich im beruflichen Alltag mit Menschen auseinandersetzen, mit denen sich sonst viele nicht beschäftigen wollen, finde ich sehr lobenswert und vorbildlich“, sagte der Senator bei den Feierlichkeiten.

Nach Senatsangaben geht die dringend notwendige Ausbildungsoffensive für mehr Nachwuchs an den Hamburger Vollzugsanstalten weiter. 16 Männer und sieben Frauen begännen jetzt ihre zweijährige Ausbildung, hieß es. Gegenwärtig werden in der Justizvollzugsschule acht Lehrgänge mit insgesamt 160 Anwärtern ausgebildet.

Personallage ist verbesserungsbedürftig

Unterdessen ist die Personallage in den Gefängnissen nach wie vor verbesserungsbedürftig. Das Abendblatt hatte in den vergangenen Monaten immer wieder darüber berichtet. Mehrarbeitsstunden, Schichten, in denen nicht alle Dienstposten besetzt werden können, und unbesetzte Stellen gehören dazu. Wie dringend die Gewinnung von Nachwuchs nötig ist, zeigt auch der Blick auf die Pensionierungen: Bis zum Jahr 2025 werden nach Angaben des Senats 370 Justizvollzugsbedienstete das Rentenalter erreichen – 2018 sind es 28. Hinzu kommen jährlich 14 oder 15 Mitarbeiter, die vor Erreichen der Altersgrenze zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen ausscheiden. Derzeit gibt es im Allgemeinen Vollzugsdienst mehr als 1000 Stellen.

Bewerbungen für den Allgemeinen Vollzugsdienst werden das ganze Jahr über entgegengenommen. Die Ausbildung gliedert sich in einen zehnmonatigen Theorieteil in der Justizvollzugsschule und einen 14-monatigen Praxisteil in den Anstalten. Während der Ausbildung sind die Anwärterinnen und Anwärter Beamte auf Widerruf und erhalten eine Vergütung von rund 1750 Euro brutto. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung werden sie in der Regel übernommen und nach einer Probezeit von drei Jahren zu Beamtinnen und Beamten auf Lebenszeit ernannt. Der Eintritt in den Ruhestand erfolgt mit 60 Jahren.