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Hamburger Gastgeber müssen sich registrieren – Airbnb hilft

Das Online-Portal Airbnb will seine Gastgeber von der kommenden Woche an bei der Registrierung aktiv unterstützen.

Das Online-Portal Airbnb will seine Gastgeber von der kommenden Woche an bei der Registrierung aktiv unterstützen.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Kurzzeit-Vermietern, die sich bis Ende März nicht bei der Stadt registriert haben, drohen Strafgelder. So unterstützt Airbnb.

Hamburg. Wer seine Wohnung für ein paar Wochen im Jahr über Online-Portale wie Airbnb an Feriengäste vermietet, muss bis Ende März bei der Stadt Hamburg eine Registrierungsnummer beantragt haben. Ansonsten drohen Strafgelder von bis zu einer halben Million Euro. „Am 1. April wird es ernst, dann dürfen Anzeigen für Ferienwohnungen in Wohnungen nur noch mit Wohnraumschutznummer veröffentlicht werden“, sagte Hamburgs Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) am Donnerstag. Eigens dafür hat die Stadt einen Online-Dienst geschaffen.

Lob für Airbnb von Senatorin

Das Online-Portal Airbnb will seine Gastgeber von der kommenden Woche an bei der Registrierung aktiv unterstützen, wie der Wohnungsvermittler mitteilte. So würden die Anbieter aus Hamburg künftig direkt auf die Internetseiten der Stadt weiter geleitet, wo sie innerhalb von Minuten ihre Registrierungsnummer für die Kurzzeitvermietungen erhalten. Diese können sie dann direkt in ihr Inserat eintragen.

"Wir begrüßen, dass sich Airbnb zu seiner Verantwortung bekennt und seinen Gastgebern tatkräftig dabei hilft, den neuen Pflichten nachzukommen", sagte Stapelfeldt. "Wir gehen davon aus, dass auch die anderen Anbieter von Ferienwohnungsportalen den neuen gesetzlichen Anforderungen nachkommen werden und ihre Kunden entsprechend unterstützen." Weitere Vermietungsportale sind unter anderem booking, fewo-direkt oder bestfewo.

Airbnb: Hoffen, andere Plattformen folgen unserem Beispiel

Bereits seit einigen Wochen führt Airbnb eine umfangreiche Informationskampagne zu dem neuen Registrierungssystem durch und auch im Laufe des März wird es Infoveranstaltungen für Hamburger Gastgeber geben, an denen auch Behördenvertreter der Stadt teilnehmen werden. „Das digitale und schlanke Registrierungssystem in Hamburg macht es den Hamburger Gastgeberinnen und Gastgebern einfach, sich zu registrieren, und ermöglicht es Airbnb, das Registrierungssystem zu unterstützen”, sagte Tim Klaws, Head of Public Policy, Airbnb DACH. „Wir hoffen, dass andere Online-Plattformen unserem Beispiel folgen werden."

Zudem wolle Airbnb den konstruktiven Austausch mit Hamburg fortsetzen und zu fairen Regeln beitragen. Diese sollen den Hamburgern ermöglichen, ihr Zuhause zu vermieten und gleichzeitig einen effektiven Wohnraumschutz gewährleisten, sagte Tim Klaws

9000 Hamburger vermieten Wohnungen bei Airbnb

In der Hansestadt vermieten Airbnb zufolge rund 9000 Hamburger ihre Wohnungen oder einzelne Zimmer gelegentlich über das Online-Portal. Im Oktober 2018 hatte der Hamburger Senat das Wohnraumschutzgesetz für die Hansestadt verschärft, damit Wohnungen auch wirklich zum Wohnen benutzt werden. Seit Jahresbeginn dürfen Hamburger ihre Wohnung nur noch für maximal acht Wochen im Jahr genehmigungsfrei als Ferienwohnung vermieten. Zudem brauchen sie die Registrierungsnummer. Wie viele solcher Nummern bereits vergeben wurden, war zunächst unklar, wie eine Sprecherin der Behörde für Stadtentwicklung sagte.

Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen: "Fairer Ausgleich"

„Es ist gut, dass Airbnb seinen Widerstand gegen die Regelungen der Stadt aufgegeben hat und die Kurzzeitvermieter unterstützt", sagte Andreas Breitner, Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). "So kann ein fairer Ausgleich zwischen den Anforderungen des angespannten Wohnungsmarkts in Hamburg und der Hansestadt als beliebtes Reiseziel gefunden werden."

Breitner wies darauf hin, dass es der Gesellschaft in zweifacher Hinsicht schade, wenn ein Mieter günstigen Wohnraum privat weitervermiete. "Denn zum einen wird bezahlbarer Wohnraum zweckentfremdet. Zum anderen macht jemand auf Kosten der Allgemeinheit ein Geschäft", sagte der VNW-Direktor. "Das ist nicht Ordnung und darf nicht unterstützt werden – durch wen auch immer."