Mikrocomputer

Alle Hamburger Schüler sollen programmieren lernen

Mit dem Mikrocomputer „Calliope mini“ sollen Hamburgs Schüler kinderleicht programmieren lernen (Archivbild).

Mit dem Mikrocomputer „Calliope mini“ sollen Hamburgs Schüler kinderleicht programmieren lernen (Archivbild).

Foto: Jørn Alraun / picture alliance / dpa

Die Schulbehörde schafft bis zu 15.000 der robusten Mikrocomputer an. Auch Viertklässler sollen mit dem „Calliope mini“ lernen.

Hamburg. Calliope mini: Hinter dem griechischen Namen verbirgt sich nicht nur eine der neun Töchter des Zeus und die Muse der epischen Dichtung, sondern ein robuster Mini-Computer, mit dem Kinder programmieren lernen. Nachdem Schüler an 20 Hamburger Schulen den Mikrocomputer zwei Jahre lang getestet haben, hat Schulsenator Ties Rabe (SPD) nun 250.000 Euro für die Anschaffung von bis zu 15.000 robusten Mikrocomputern für die Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien freigegeben, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. Rabes Ziel: Alle Hamburger Schüler sollen programmieren lernen.

„Hamburgs Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien bekommen deshalb erstmals die Möglichkeit, ganze Klassensätze von digitalen Mikrocomputern für die Klassenstufen 4 bis 6 anzuschaffen“, sagte der Schulsenator. „Für die Lehrkräfte werden wir spezielle Fortbildungsangebote sowie Unterrichtsideen auf der Internetplattform ‘digital learning lab Hamburg’ anbieten.“

Erfolge vor allem in Klasse 5 und 6

In den vergangenen zwei Jahren haben zehn Grund- und zehn weiterführende Schulen mit dem „Calliope mini“ und anderen Mikrocontrollern gearbeitet. Organisiert wurde die Erprobung von der Körber-Stiftung und der Initiative App-Camps – auch die Geräte wurden von der Stiftung gestellt. Das Ergebnis: Bereits bei Viertklässlern kann der Mikrocomputer eingesetzt werden. „Besonders aber in der weiterführenden Schule im Fach Natur und Technik der Klassen 5 und 6 sowie im Wahlpflichtfach Informatik haben die Schulen sehr erfolgreich mit Mikrocomputern gearbeitet“, heißt es in der aktuellen Mitteilung der Schulbehörde.

Finden Sie es richtig, dass Grundschüler das Programmieren lernen sollen?

Es habe sich gezeigt, dass eine Ausstattung mit halben oder ganzen Klassensätzen sinnvoll und gut einsetzbar sei. Auch die Schulen selbst haben den Einsatz des „Calliope mini“ als erfolgreich eingestuft – und sie bekommen nun die Möglichkeit, schon im laufenden Schuljahr 2018/19 Mittel für die Anschaffung zu beantragen. „Die Hälfte des Preises ab rund 35 Euro pro Computer finanziert die Schulbehörde direkt, die andere Hälfte finanzieren die Schulen aus ihrem jährlichen Schulbudget für Unterrichtsmittel“, heißt es vonseiten der Behörde.

Programmieren im Fach Naturwissenschaft und Technik

„Je nach Modell können jetzt bis zu 15.000 Mikrocomputer beschafft werden – genug beispielsweise für alle Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 5“, sagte Ties Rabe. „Da aber kaum alle Schülerinnen und Schüler gleichzeitig ein solches Gerät benutzen werden, wäre es sinnvoll, wenn jede Hamburger Grundschule wenigstens einen Klassensatz mit rund 25 Geräten und jede Stadtteilschule sowie jedes Gymnasium wenigstens zwei Klassensätze bestellen würde.“

Grundschüler sollen laut der Hamburger Bildungspläne innerhalb des Sachunterrichts die Funktions- und Arbeitsweise von Computern erlernen. Für die Jahrgangsstufen 5 bis 6 der Stadtteilschulen und Gymnasien ist vorgesehen, im Fach Naturwissenschaft und Technik neben Softwareanwendungen, Informatiksystemen, Vor- und Nachteilen bei Computer- und Internetnutzung auch Kenntnisse über Programmierung zu erwerben.

Ausstattungsmerkmale des Calliope mini:

• handflächengroßer Mikrocontroller

• Display aus 25 roten LEDs

• bluetoothfähiger Prozessor

• vier Input-Output-Kontakte (zwei davon druckempfindlich) für Anschlüsse weiterer Sensoren wie Temperaturfühler und Feuchtigkeitsmesser

• Lage- und Beschleunigungssensor

• Mini-Lautsprecher

• Mikro-USB-Anschluss für Anschluss an einen Computer

• zwei Anschlüsse für Mikrofon und Lautsprecher

• Anschlüsse für Stromversorgung