Bauarbeiten

Deutsche Bahn macht sich an die Pannenstrecke Hamburg–Sylt

Ein Zug der DB Regio fährt über den Hindenburgdamm zwischen Sylt und Niebüll. Die Marschbahnstrecke muss dringend überholt werden, hier kommt es immer wieder zu Pannen.

Ein Zug der DB Regio fährt über den Hindenburgdamm zwischen Sylt und Niebüll. Die Marschbahnstrecke muss dringend überholt werden, hier kommt es immer wieder zu Pannen.

Foto: Carsten Rehder / dpa

Konzern steckt im Norden 1,2 Milliarden Euro in die Infrastruktur. Investitionen bringen aber Behinderungen mit sich – auch in Altona.

Hamburg.  Die Deutsche Bahn wird in diesem Jahr in Hamburg und Schleswig-Holstein 470 Millionen Euro in Schienen, Brücken, Weichen und Bahnhöfe investieren. Um die Belastungen für die Fahrgäste möglichst gering zu halten, werde die Bahn in Hamburg mehr als 80 und in Schleswig-Holstein mehr als 50 neue Mitarbeiter einstellen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. In Niedersachsen und Bremen gibt die Bahn 750 Millionen Euro für Infrastrukturmaßnahmen aus – zusammen also gut 1,2 Milliarden Euro im Norden Deutschlands.

80 neue Mitarbeiter in Hamburg

Sie sollen sich vor allem um das Management und die Überwachung der Bauprojekte kümmern. Schon jetzt hätten die Beeinträchtigungen durch Baustellen gegenüber 2017 um mehr als ein Viertel abgenommen. In den vergangenen Jahren habe die Bahn bereits mehr als 350 Kilometer Schienen in Hamburg und Schleswig-Holstein modernisiert.

Großprojekt Marschbahn nach Sylt

Zu den größeren Projekten gehören die Marschbahn nach Sylt, wo 32 Kilometer Gleise und acht Weichen erneuert werden, mit einem Schwerpunkt zwischen Bredstedt und Westerland. An den fünf Bahnhöfen entlang dieser Strecke werden die Bahnsteige verlängert, so dass künftig Züge mit zwölf Wagen halten können. Die Arbeiten sollen weitgehend außerhalb der Ferienzeiten erledigt werden.

Mit Behinderungen ist über Ostern zwischen Neumünster und Rendsburg zu rechnen, weil die Rendsburger Hochbrücke komplett gesperrt werden muss. Auch in Hamburg-Altona sind im Zuge der Arbeiten an der neuen S-Bahn-Überführung über die Julius-Leber-Straße im Sommer Probleme zu erwarten, wenn der Lessing-Tunnel längere Zeit gesperrt werden muss.

In Niedersachsen und Bremen werden 750 Millionen Euro für die Erneuerung von Bahnhöfen und Gleisen ausgegeben. Größte Baustelle wird die Sanierung der Schnellfahrstrecke von Hannover nach Göttingen, die dafür ab Juni für ein halbes Jahr gesperrt wird. «Über 800 Kilometer Schiene haben wir seit 2015 in Bremen und Niedersachsen bereits modernisiert», sagte die Regionalchefin der Bahn, Manuela Herbort. «Um pünktlich und zuverlässig unterwegs zu sein, müssen wir jedoch weiter in das Eisenbahnnetz investieren.» Einige der Arbeiten werden auch für mehr Kapazität auf der Schiene sorgen, so der Ausbau der Strecke von Oldenburg nach Wilhelmshaven, der auf die Zielgeraden geht.

Am Rangierbahnhof Maschen bei Hamburg, einer Herzkammer des Güterverkehrs im Norden, wird ein Bypass für Züge vom Süden Richtung Norden gelegt. Dabei handelt es sich um ein zweites, 3,5 Kilometer langes Umfahrungsgleis, dass im Sommer in Betrieb gehen soll

Die Schnellfahrstrecke wird vom 11. Juni bis 14. Dezember zwischen Hannover und Göttingen komplett gesperrt. Fast 30 Jahre nach der Eröffnung steht eine Grundsanierung an. Die ICE-Züge fahren währenddessen über die alte Strecke durch das Leinetal, was 30 bis 45 Minuten länger dauert. Dies wiederum führt auf dieser Strecke zu einzelnen Einschränkungen im Regionalverkehr.

Auf der Emslandstrecke werden seit dieser Woche bis zum 26. März zwischen Meppen und Salzbergen 21 Kilometer Gleise und drei Weichen erneuert. Dadurch ist der Abschnitt nur eingleisig befahrbar und zum Teil total gesperrt. Die Züge der zweistündlichen IC-Linie Köln-Münster-Emden-Norddeich fahren nur bis und ab Münster und entfallen im Abschnitt Münster-Emden/Norddeich.

In Hannover sorgt die Erneuerung der Bahnbrücke über die Königsstraße zwei Mal für erhebliche Behinderungen im Bahnverkehr. Vom 6. bis 15. April und vom 23. bis 29. Juli muss die Ausfahrt aus dem Hauptbahnhof Richtung Braunschweig/Wolfsburg sowie Göttingen/Paderborn gesperrt werden, was mit dem Umleiten und Ausfallen von Bahnen verbunden sein wird.

Zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven gehen die seit Jahren laufenden Arbeiten auf die Zielgeraden. Zwischen Ende März und Ende August soll nachts zwischen Sande und Wilhelmshaven ausgebaut werden. Der Umbau des Bahnhofs Sande soll im Sommer beginnen. Die umfangreichen Arbeiten sollen dem Güterverkehr zum JadeWeserPort dienen. Auch im Personenverkehr wird Wilhelmshaven demnächst aber besser angebunden sein.

In Osnabrück schreiten die Arbeiten zum Bau eines neuen elektronischen Stellwerks voran, in das die Bahn rund 175 Millionen Euro investiert. Rund 100 Kilometer Strecke sollen von dem neuen Stellwerk kontrolliert werden, das 16 alte Stellwerke ersetzt.