Eimsbüttel

Putztrupp reinigt Geisterhaus an Eimsbütteler Osterstraße

Peter Gutzeit, Sprecher der Linksfraktion im Kerngebietsausschuss, beim symbolischen Putzen des Schimmelhauses.

Peter Gutzeit, Sprecher der Linksfraktion im Kerngebietsausschuss, beim symbolischen Putzen des Schimmelhauses.

Foto: DIE LINKE

Mit der Aktion machen die Aktivisten auf den Leerstand an der Hausnummer 162 aufmerksam. Kritik an steigenden Grundstückspreisen.

Hamburg.  Mit einer Reinigungsaktion haben am Sonnabend Mitstreiter der Linken-Bezirksfraktion in Eimsbüttel das als Schimmelhaus bekannte leeerstehende Gebäude an der Osterstraße 162 in Eimsbüttel geputzt.

Die nach eigenen Angaben etwa 20 Aktivisten wollen mit der Reinigung darauf aufmerksam machen, dass das Haus seit Jahren „vergammelt und verschimmelt“. Nach Angaben der Linken-Fraktion steht das Haus seit neun Jahren leer, laut Bezirksamt Eimsbüttel ist der letzte Mieter des Hauses erst vor einem Jahr ausgezogen.

Notfalls Zwangsvermietung

Wie berichtet, steht das entmietete Mehrfamilienhaus jetzt im Fokus des Bezirksamts Eimsbüttel. Demnach wurde der Eigentümer aufgefordert, das Haus entweder abzureißen oder das Gebäude bis dahin wieder zu vermieten. Andernfalls droht der Bezirk ein „Wohnnutzungsgebot unter Festsetzung von Zwangsgeldern“ an. Heißt: Notfalls wird die Immobilie von der Stadt zwangsvermietet.

Peter Gutzeit, Sprecher der Linken-Fraktion im Kerngebietsausschuss, kritisiert vor allem den drastischen Anstieg der Grundstückspreise: „Am Schicksal dieses Hauses erkennt man die wahren Gründe für die Zerstörung von preiswertem Wohnraum. Lagen die Grundstückspreise für dieses Haus 2010 noch bei etwa 1499 Euro pro Quadratmeter, so kletterten sie bis 2017 auf 3626 Euro. Steigen sie weiter so, werden sie im Jahr 2019 die 5000-Euro-Marke knacken.“ Der Wert des 930 Quadratmeter großen Grundstücks, so Gutzeit, steige dadurch von 1,4 Millionen auf 4,8 Millionen Euro.

Leidtragende sind Wohnungssuchende

„Leidtragende sind die Wohnungssuchenden, die die daraus resultierenden Mieten nicht bezahlen können und aus Eimsbüttel vertrieben werden“, so Gutzeit. „Ich fordere die SPD/Grünen-Koalition in Eimsbüttel auf, endlich mehr Personal in das Amt für Wohnungspflege einzustellen, damit zukünftig solchem Spekulantentum ein Riegel vorgeschoben wird. Auch wäre eine behördliche Beschlagnahme des Hauses denkbar, das dann auf Kosten des Eigentümers saniert und an Wohnungssuchende vermietet wird.“