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Ohren auf! Ausflugstipps zum Hören für Hamburger

Schäfer gehören in der Lüneburger Heide quasi zum Landschaftsbild. Geschichten über die Kulturlandschaft gibt es jetzt auch zum Hören (Symbolfoto).

Schäfer gehören in der Lüneburger Heide quasi zum Landschaftsbild. Geschichten über die Kulturlandschaft gibt es jetzt auch zum Hören (Symbolfoto).

Foto: picture alliance / imageBROKER

Von der Lüneburger Heide bis zum Pinneberger Baumschulland: Fünf Hörtouren vermitteln Eindrücke von Landschaften der Region.

Hamburg. Beim Blick aus dem Fenster kommen derzeit wohl nicht sehr viele auf die Idee, einen Ausflug zu unternehmen. Aber auch sich etliche Menschen lieber drinnen als draußen aufhalten – die Zeit für Ausflüge kommt bald wieder. Und dafür kann man jetzt schon mal Ideen sammeln.

Die Metropolregion Hamburg stellte am Mittwoch fünf „Landschaften zum Hören“ vor. Interessierte können zu Touren ins Umland aufbrechen, bei denen sie die typischen Kulturlandschaften und regionalen Produkte der Metropolregion entdecken können. Dafür gibt es die Hörgeschichten zum kostenlosen Download und 80 Stationen mit Sehenswürdigkeiten, Verkostungen und dem Verkauf von regionalen Spezialitäten. „Die Metropolregion ist sehr reich an vielfältigen Landschaften. Es sind fünf Touren, die Lust machen sollen rauszufahren“, sagt Marion Köhler, Sprecherin der Metropolregion Hamburg. Allerdings seien zwei der fünf Internetauftritte nicht rechtzeitig fertig geworden, bestätigte sie etwas kleinlaut. Innerhalb der kommenden zwei Woche solle das aber erledigt sein.

Zahlreiche Audiodateien zu jeder Region

Die fünf Regionen, um die es geht, sind das Pinneberger Baumschulland, die Flusslandschaft Elbe, die Lüneburger Heide, die Segeberger Knicklandschaft und das Garten- und Seenland Mecklenburg-Schwerin. In zahlreichen Geschichten und Interviews erfahren die Zuhörer, wie Menschen diese Landschaften nutzen und wie sie den Charakter dieser Landstriche geprägt haben.

„Wir haben uns auf historische Kulturlandschaften beschränkt“, sagt Yvonne Brodda, Referentin für Naturhaushalt bei der Metropolregion. Diese seien beispielsweise durch industrielle Nutzung und durch Verkehrswege bedroht, aber es sei auch keine Option, sie unter Schutz zu stellen: „Deshalb müssen wir ihre Potenziale nutzen.“

Zu jeder Region gibt es zahlreiche Audiodateien, die man runterladen sollte, ehe man sich auf den Weg macht. Gesprochen werden die liebevoll inszenierten Hörgeschichten von Simone Dorenburg und Peter Kaempfe.

Das Pinneberger Baumschulland

Wer weiß schon, was der Jenischpark mit den Baumschulen in Pinneberg zu tun hat? Den Grundstein für das heutige Baumschulland legte der 1752 geborene Baron Caspar Voght. Er schuf sich ein Mustergut und eine Baumschule in Klein Flottbek – davon übrig ist noch der Jenischpark. „Das war der Ursprung“, sagt Heike Meyer-Schoppa vom Förderverein der Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland. „Wir sind ein sehr altes und dazu eines der größten zusammenhängenden Baumschulgebiete der Welt.“ Vom kleinen Zierstrauch bis zum großen Alleebaum liefert es Gehölze in alle Welt.

Verbindendes Element dieser Tour ist die Figur des Barons, der die Besucher auf 15 Stationen durch das Baumschulland begleitet – darunter zum Rosengarten Pinneberg, zu mehreren Rosenzüchtern und zum Baumpark Pinneberg, wo 26 „Bäume des Jahres“ gepflanzt wurden – eine Idee, die auf der Internationalen Gartenschau (igs) 2013 entstand.

Lüneburger Heide

Das kräftige Lila der Heideblüte haben wohl die meisten vor Augen, wenn es um die Lüneburger Heide geht. Doch auch diese Region stecke voller Überraschungen, sagt Hannah Schröder von der Gemeinde Bispingen. Man übersehe bei der Idylle häufig, dass Teile der Heide militärisch genutzt wurden und würden. Besucher können dem Heidjer (Heidebewohner) Hinnerk auf eine Entdeckerreise begleiten, die insgesamt 180 Kilometer umfasst. Sie können das 8000 Jahre alte Pietzmoor besuchen, die Nekropole Soderstorf, einen Friedhof aus der Eisenzeit oder die Sieben Steinhäuser auf dem Truppenübungsplatz Bergen. Warum es sich tatsächlich nur um eine Gruppe von fünf Großsteingräbern handelt, erfährt man auch. Um nicht zwischen die Fronten zu geraten, ist dieser Besuch nur an bestimmten Tagen möglich (Informationen unter www.osterheide.de).

Flusslandschaft Elbe

Diese 180 Kilometer lange Tour zwischen Wittenberge und Hamburg ist besonders für Familien mit Kindern geeignet, denn in den Hörgeschichten wird die Reise von Enni, dem Wassertropfen erzählt. „Das hören aber auch Erwachsene gern“, sagt Sarah Staub von Kurs Elbe, einem Leitprojekt der Metropolregion. Enni besichtigt die Burg Lenzen, die Festung Dömitz, die Dorfrepublik Rüterberg, die ehemalige Grenze in Neuhaus, eine Biberburg bei Bleckede, das Schiffshebewerk in Scharnebeck und Geesthacht, wo sich die Frage stellt, wie Fische eine Treppe passieren können.

Segeberger Knicklandschaft

Ebenfalls vorwiegend an Kinder und ihre Eltern richtet sich das Angebot im Kreis Segeberg. Knicks – Hecken, die die Felder begrenzen – prägen die Landschaft in ganz Schleswig-Holstein. „Etwa 7000 Tierarten finden dort Nahrung und Schutz“, sagt Yvonne Brodda.

Weil ihre Art dort sehr verbreitet ist, führt Hazel, die Haselmaus, die Besucher durch die Segeberger Knicklandschaft. In Großenaspe lockt der Naturwanderweg Ketelvierth mit einem Aussichtsturm, im Hof Ehlers kann man sich stärken und im Hofladen einkaufen, im Obsthof Alvesloherhof den hofeigenen Saft verkosten. Auf der Route stehen auch Besuche im Wildpark Eekholt oder der Erlebniswald Trappenkamp.

Garten- und Seenland Mecklenburg-Schwerin

Weniger Kultur und Natur stehen hier im Mittelpunkt als vielmehr regionale Produkte. In der weiten Landschaft Mecklenburgs haben sich etliche Manufakturen angesiedelt, die ihre Waren direkt anbieten und die Werkstätten für Besucher öffnen. In 16 Interviews berichten deren Besitzer über ihr Schaffen. Wer sich aufmacht, um zu gucken, wie handgemachte Hüte, Rucksäcke oder Kindermöbel entstehen, sollte sich vorher genau über die Öffnungszeiten informieren.

Naturreferentin Yvonne Brodda sagte zum Abschluss des 190.000 Euro teuren Projekts, das zwei Jahre vorbereitet wurde: „Für die Metropolregion Hamburg birgt die Vielfalt und Attraktivität der Kulturlandschaften ein enormes Potenzial für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung. Durch die gemeinsame Präsentation werden die Naherholungs- und Ausflugsziele für größere Zielgruppen erschlossen.“ So leiste das Projekt einen Beitrag zur Entwicklung von Tourismus und Naherholung.

Die Hörgeschichten zum Download für zu Hause und unterwegs: metropolregion.hamburg.de/natur