Hamburg

Zweikampf um die Führung der Hamburger Handelskammer

Wer wird neuer Präses in der Hamburger Handelskammer?

Wer wird neuer Präses in der Hamburger Handelskammer?

Foto: Carsten Leuzinger/picture alliance/imageBroker

Wer wird neuer Präses? Nach dem Rücktritt von Tobias Bergmann kandidieren voraussichtlich Johann Killinger und Torsten Teichert.

Hamburg.  Offiziell will sich derzeit keiner der Beteiligten äußern, nach Abendblatt-Informationen zeichnet sich aber ab, dass das Plenum der Handelskammer bei der Wahl des Nachfolgers des Mitte Dezember zurückgetretenen Präses Tobias Bergmann am 24. Januar zwischen mindestens zwei Kandidaten entscheiden kann.

Demnach bewerben sich die beiden bisherigen Vizepräsides Johann Killinger und Torsten Teichert um das höchste Ehrenamt in der Hamburger Wirtschaftsvertretung. Der Zweikampf hat eine besondere Brisanz: Der Verlierer kann nicht für einen der Vizeposten kandidieren, hat also gar keinen Sitz im Präsidium mehr. Der derzeit die Geschäfte führende kommissarische Präses, André Mücke, tritt demnach nicht an. Das Kammer-Präsidium soll heute abschließend über die Kandidatenliste beraten.

Obgleich Teichert den Hafenunternehmer Killinger einst für die Mitarbeit in der Gruppe der sogenannten Kammerrebellen gewann, herrscht zwischen den beiden inzwischen eine starke Abneigung. Killinger macht Teichert für den Rücktritt von Bergmann verantwortlich. Dieser wirft Killinger wiederum vor, nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht zu sein.

Mehr Bewerber als Plätze

Neben dem neuen Präses muss das Plenum in zweieinhalb Wochen auch fünf Vizepräsides neu wählen. Mit Ausnahme von Christine Stumpf haben alle anderen Vizepräsides ihren Rücktritt angekündigt oder, wie im Falle Killingers, bereits vollzogen. Abendblatt-Informationen zufolge gibt es deutlich mehr Bewerber als Plätze. Sowohl Killinger als auch Teichert haben in den vergangenen Tagen versucht, Mitstreiter für das Führungsgremium der Kammer zu gewinnen. Bei beiden herrscht – wie auch im Plenum – die Meinung vor, dass nach den monatelangen Querelen und internen Auseinandersetzungen im Präsidium, die letztlich zum Rücktritt von Bergmann geführt haben, ein Neuanfang mit einem personell anders besetzten Präsidium hermuss. Als einer der möglichen neuen Vizepräsides wird derzeit Christoph Wöhlke hoch gehandelt, einer der Geschäftsführer der Drogeriemarktkette Bundnikowsky.

Aber auch aus der Wahlgruppe „Die Kammer sind Wir“, die im Plenum noch immer die absolute Mehrheit stellt, gibt es eine ganze Reihe möglicher Bewerber für eines der Vizepräses-Ämter. Immer wieder genannt werden Plenumsmitglieder wie Stefan Duphorn, Annett Nack-Warencya und eben André Mücke, der nicht als Präses kandidieren möchte. Auch der Hamburger Sanitärgroßhändler Peter Jensen, Chef der gleichnamigen Firma mit 800 Mitarbeitern, bewirbt sich nach Abendblatt-Informationen für die Wahl zum Vizepräses. Auffallend ist, dass scharfe Kritiker der alten Kammerführung wie der Haspa-Chef Harald Vogelsang und Niels Pirck nicht um einen Posten im Führungsgremium kandidieren. Sie glauben nicht an einen echten Neuanfang im Präsidium.