Prozess

Es ging um Geld: Mann soll Rentner mit Gürtel erwürgt haben

Ein Prozess am Landgericht Hamburg (Symbolbild).

Ein Prozess am Landgericht Hamburg (Symbolbild).

Foto: Christian Charisius / dpa

Weil er ihm kein Geld leihen wollte, soll ein 52-Jähriger seinen 78 Jahre alten Nachbarn erdrosselt haben.

Hamburg. Weil er ihm kein Geld leihen wollte, soll ein 52 Jahre alter Mann seinen Nachbarn (78) mit dessen Bademantelgürtel erwürgt haben. Seit Freitag steht Markus B. deshalb vor dem Landgericht Hamburg, die Staatsanwaltschaft legt ihm einen heimtückischen Mord zur Last. Wie sein Verteidiger zum Prozessauftakt sagte, werde sich sein Mandant „zunächst schweigend verteidigen“. Die Schwester des Getöteten hat Nebenklage eingereicht.

Täter und Opfer lebten in einem Wohnhaus am Denksteinweg (Jenfeld), der Angeklagte war Mieter der gegenüberliegenden Wohnung. Am Abend des 15. Mai soll Klaus-Peter A. seinen Nachbarn laut Anklage in seine Wohnung gelassen haben. Wie schon bei einer früheren Gelegenheit soll ihn der arbeitslose Koch um Geld angepumpt haben. Doch der 78-Jährige weigerte sich, weil der Angeklagte einen zuvor geliehenen Betrag nur zögerlich zurückgezahlt haben soll.

Aus Wut oder Enttäuschung darüber soll Markus B. dem arg- und wehrlosen Mann sodann einen Schlag gegen den Kopf versetzt und ihn mit dessen Bademantelgürtel gewürgt haben. Etwa 30 Minuten später starb Klaus-Peter A. an den Folgen dieser Strangulation. Am nächsten Morgen entdeckte die Lebensgefährtin mit einem weiteren Zeugen die Leiche des 78-Jährigen.

Strangulationsverletzungen erst bei Obduktion entdeckt

Erst Wochen nach dem Verbrechen fiel der Verdacht auf den Nachbarn des Mordopfers, da es zunächst keine Anzeichen für einen gewaltsamen Tod des Mannes gab, insbesondere keine Wundmale. Bei der Obduktion stellten die Rechtsmediziner jedoch typische Strangulationsverletzungen wie eine venöse Stauung fest. Am Gürtel und am Kragen des Opfers sicherten die Ermittler sodann DNA-Spuren des mutmaßlichen Täters. Anfang Juli nahm die Polizei Markus B. fest, seither sitzt er in Untersuchungshaft. Ein Urteil wird nicht vor dem 22. Februar erwarte.