Senvion

Franzose leitet künftig größten Hamburger Windanlagenbauer

Der Windanlagenbauer Senvion hat seinen Hauptsitz in Hamburg.

Der Windanlagenbauer Senvion hat seinen Hauptsitz in Hamburg.

Foto: picture alliance

Nach dem überraschende Rücktritt des alten Vorstandschefs beendet Senvion die monatelange Suche nach einem Nachfolger.

Hamburg. Nach mehrmonatiger Suche hat der Hamburger Windanlagenbauer Senvion endlich einen neuen Vorstandsvorsitzenden gefunden. Anfang Januar übernimmt der Franzose Yves Rannou den Chefsessel vom Interimsvorsitzenden Manav Sharma, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Als Branchenexperte mit umfangreicher Erfahrung im Bereich Erneuerbare Energien solle Rannou bei Senvion das internationale Wachstum und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung vorantreiben, hieß es weiter.

Der Chefposten bei Senvion war seit Mitte des Jahres vakant, nachdem im Mai der bisherige Vorstandsvorsitzende Jürgen Geißinger nach nur zweieinhalb Jahren an der Spitze überraschend zurückgetreten war.

"Senvion verfügt über eine perfekte Basis, um sein globales Wachstum fortzusetzen", erklärte nun der designierte Vorstandschef Rannou. Er wolle sicherstellen, dass das Unternehmen die notwendigen Veränderungen vornehme, um in der "innovativen und für die Zukunft sehr relevanten" Windenergiebranche weiterhin ein Marktführer zu sein.

Studium an der Sorbonne

Rannou hat unter anderem an der Pariser Sorbonne studiert und weltweit in verschiedenen Positionen bei General Electric und Alstom gearbeitet. Zuletzt leitete er den Geschäftsbereich Hydro von GE Renewable Energy. Bevor Rannou Ende 2015 nach der Übernahme von Alstom zu GE kam, war er über 18 Jahre für den französischen Konzern tätig. In dieser Zeit war er für alle Aktivitäten des Onshore- und Offshore-Windgeschäfts von Alstom verantwortlich.

Senvion wurde ursprünglich als Repower AG von dem ehemaligen Hamburger Umweltsenator Fritz Vahrenholt gegründet. Heute sieht sich das Unternehmen selbst als weltweit führenden Hersteller von Windenergieanlagen im Onshore- und Offshore-Bereich. Das internationale Maschinenbauunternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Windenergieanlagen für nahezu jeden Standort – mit Rotordurchmessern von bis zu 152 Metern.

Weltweit beschäftigt der Konzern nach eigenen Angaben rund 4000 Mitarbeiter. Hergestellt werden die Windräder vor allem in Osterrönfeld bei Rendsburg und im indischen Bangalore. In Hamburg sitzt die operative Tochtergesellschaft Senvion GmbH. Offensichtlich kam die Entscheidung für Rannou so überraschend, dass es bei Senvion noch kein vernünftiges Foto des neuen Chefs gibt, das man der Presse zur Verfügung stellen kann.