Amtsgericht Blankenese

Schwarzarbeit: Ein Jahr Haft für Hamburger Lagerarbeiter

Ein Gabelstaplerfahrer bei der Arbeit (Symbolfoto).

Ein Gabelstaplerfahrer bei der Arbeit (Symbolfoto).

Foto: picture alliance

Gabelstaplerfahrer ließ sich unter der Hand bezahlen und kassierte zu Unrecht fast 7000 Euro Sozialleistungen.

Hamburg. Ein 58 Jahre alter Gabelstaplerfahrer aus Hamburg ist wegen Betrugs vom Amtsgericht Blankenese zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten verurteilt worden. Der Angeklagte sei von seiner Firma als Teilzeitkraft unter der Voraussetzung eingestellt worden, monatlich 100 Stunden mehr zu arbeiten als offiziell vereinbart, teilte das Hauptzollamt Hamburg-Stadt am Donnerstag mit, durch dessen Ermittlungen die Schwarzarbeit aufflog. Die "Überstunden" wurden dem Mann bar ausgezahlt, im Schnitt um die 700 Euro monatlich.

Als weitere Einnahmequelle soll der Familienvater dreimal einen "Antrag auf Leistung zur Sicherung des Lebensunterhalts" beim Jobcenter gestellt haben, ohne darin jedoch das zusätzlich verdiente Schwarzgeld in das Monatsentgelt anzugeben. Zwischen Mai 2015 bis September 2016 soll er so zu Unrecht Sozialleistungen in einer Gesamthöhe von 6886,46 Euro bezogen haben.

Das Verschweigen der Schwarzgeldeinnahmen bewertete das Amtsgericht Hamburg-Blankenese als gewerbsmäßigen Betrug und verhängte eine Freiheitsstrafe von zwölf Monaten. Die Strafe ist auf Bewährung ausgesetzt worden. Zusätzlich hat der Angeklagte eine Strafe in Höhe von 6886,46 Euro zu zahlen. Den gleichen Betrag wird das Jobcenter von ihm zurückfordern.

Firma wollte 2,4 Millionen Euro an Steuern sparen

"Die Ermittlungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit ergaben, dass die Verantwortlichen der Lagerfirma in Hamburg eine Vielzahl von Arbeitnehmern zum Teil schwarz bezahlt haben, um dadurch Steuern und Sozialabgaben von gut 2,4 Millionen Euro zu sparen", sagte die Sprecherin des Hauptzollamts Hamburg-Stadt, Kristina Severon. Der verantwortlich handelnde Geschäftsführer habe während der laufenden Ermittlung die Firma zwar an einen Liquidator verkauft.

"Dennoch wird er sich für sein Handeln vor Gericht verantworten müssen", so die Sprecherin weiter. "Das Gute an dem Fall ist, dass viele der Angestellten von den Geschäftspartnern der alten Firma übernommen wurden und nun auf Grundlage eines vernünftigen Arbeitsvertrages innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen arbeiten können."