ARD-Krimiserie

Hamburger „Tatort“ mit Til Schweiger wird überarbeitet

Til Schweiger spielt den "Tatort"-Kommissar Nick Tschiller.

Til Schweiger spielt den "Tatort"-Kommissar Nick Tschiller.

Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress

Nach längerer Pause soll es im Jahr 2020 wieder "Tatort"-Filme mit Til Schweiger geben – allerdings mit einem neuen Konzept.

Hamburg. Die ARD verpasst dem Hamburger "Tatort" mit Til Schweiger einen Neustart. Im Jahr 2020 wird Schweiger nach längerer Pause als Kommissar Nick Tschiller mit einem "neuen Konzept" an den Start gehen, wie aus einem ARD-Programmbericht hervorgeht, der im Internet veröffentlicht wurde. Zuständig für die Produktion ist der NDR.

Seit 2013 wurden fünf "Tatort"-Folgen mit Til Schweiger gezeigt. Die ersten Folgen erreichten überdurchschnittliche Quoten von bis zu 12,7 Millionen Zuschauern, Fernsehkritiker störten sich aber am hohen Action-Anteil mit vielen "Ballerszenen". Zuletzt nahm das Zuschauerinteresse deutlich ab. Die fünfte Folge mit dem Titel "Tschiller: Off Duty" war bereits 2016 im Kino zu sehen und lief im Juli dieses Jahres im Ersten.

Til Schweigers bekannteste Rollen:

"Crossover-Krimi" des Dortmunder und Münchner Teams geplant

In den kommenden beiden Jahren werde es jeweils 45 neue Fälle aus den Reihen "Tatort" und "Polizeiruf 110" geben, kündigte der Senderverbund in dem "Bericht 2017/18" mit den "Leitlinien 2019/20 für Das Erste" an. Zum 50. Geburtstag der "Tatort"-Reihe im November 2020 ist ein zweiteiliger "Crossover-Krimi" des Dortmunder und des Münchner Teams unter der Regie von Dominik Graf geplant.

Die ARD will auch in Zukunft massenattraktive Sportevents übertragen. Dies könne allerdings "im Spannungsfeld gestiegener Rechtekosten und erhöhten Spardrucks" nur dann im gewohnten Umfang aufrechterhalten werden, wenn auf die verschärfte Marktsituation beim Rechteerwerb flexibel reagiert werde. Inzwischen konkurrieren auch Streamingdienste, Internetunternehmen, internationale Agenturen und Telekom-Firmen um Sportrechte, so dass verstärkt Kooperationen mit externen Partnern in Betracht gezogen werden müssten.

Weiterhin Präsenz in sozialen Netzwerken

Das Durchschnittsalter der Zuschauer des Ersten lag den Angaben zufolge in diesem Jahr bei 61 Jahren. "Eine Verjüngung des Programms ist daher ein unverändert bestehendes Desiderat", hält der Bericht fest.

Der Senderverbund setzt auch weiterhin auf die Präsenz in sozialen Netzwerken. Zwar hätten einige Landesrundfunkanstalten angesichts von Entwicklungen wie dem Facebook-Datenskandal die Bewerbung von Drittplattformen im Programm deutlich reduziert, heißt es im ebenfalls online veröffentlichten "Telemedienbericht 2017/18". Trotz zunehmender Kritik an sozialen Netzwerken seien diese fester Bestandteil der Kommunikations- und Informationskultur in Deutschland, über die vor allem jüngere Zielgruppen erreicht werden könnten.

In Österreich fährt der öffentlich-rechtliche ORF seine Facebook-Aktivitäten derzeit drastisch zurück. Als Grund führt der Sender die intransparente Steuerung der Inhalte durch den Facebook-Algorithmus, den Umgang mit Nutzerdaten wie auch die marktbeherrschende Stellung des Unternehmens "mit demokratietheoretisch bedenklichen Aspekten" an.