Hamburg

Wohnungsbau: Senatorin appelliert an Gemeinsinn

Hamburgs Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD, Archivbild).

Hamburgs Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD, Archivbild).

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Dorothee Stapelfeldt betonte am Montag, ohne Nachverdichtung ließen sich Wohnungsbauziele nicht erreichen.

Wie kann Wohnen bezahlbar bleiben? Kaum eine andere Frage beschäftigt die Hamburger derzeit so sehr? Am Montag diskutierten darüber Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) und Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) in der Freien Akademie der Künste.

Dorothee Stapelfeldt appellierte an den Gemeinsinn der Bürger bei der Nachverdichtung. Diese sei notwendig, um das Ziel von 10.000 neuen Wohnungen im Jahr zu erreichen. Mit Blick auf den gerade laufenden Bürgerentscheid um den geplanten Bau von 100 günstigen Mietwohnungen auf einer Grünfläche an der Dorotheenstraße in Winterhude kritisierte sie die Initiative „SOS Mühlenkampkanal“ scharf. Es kursiere das Gerücht, die Organisation wolle in Wahrheit verhindern, dass neue Mieter dort preisgünstig wohnen könnten: „Das fände ich ganz fatal.“

Stapelfeldt erwartet 100.000 Hamburger mehr bis 2030

Breitner beklagte die Bürokratie und die Sonderwünsche in den Bezirken bei geplanten Bauvorhaben: „Wenn der Bauträger auch noch eine neue Ampel, eine Grünfläche oder den Bau einer Kita finanzieren soll, kann das dazu führen, dass das Projekt nicht mehr entsteht.“

Dorothee Stapelfeldt erwartet, dass bis 2030 die Bevölkerungszahl in Hamburg um 100.000 steigen werde, entsprechend viele neue Wohnungen würden gebraucht. Die Senatorin machte sich erneut für die Vergabe städtischer Grundstücke über das Erbbaurecht stark. Wie das Abendblatt berichtete, schwenkt der Senat in der Wohnungsbaupolitik um, will städtische Grundstücke nur noch in Ausnahmefällen verkaufen: „Der Boden ist nicht vermehrbar.“

„Unsere Mitglieder können mit dem Erbbaurecht grundsätzlich leben“, sagte Breitner. Allerdings hätten manche Genossenschaften aktuell Probleme am Ende eines Erbpachtzeitraums, da die Finanzbehörde extrem hohe Forderungen stelle, was günstige Mieten unmöglich mache. Er plädiert für eine sogenannte ewige Erbpacht. Im Gegenzug würden sich die Wohnungsunternehmen verpflichten, die Immobilien nicht zu verkaufen sowie zu Mieten, die unter dem geltenden Mietspiegel liegen.