Kleine Anfrage

Mehr als 600 Schrottautos von Hamburgs Straßen geschleppt

Ein Auto wird in Hamburg abgeschleppt (Symbolbild).

Ein Auto wird in Hamburg abgeschleppt (Symbolbild).

Foto: imago/imagebroker

Wenn Behörden bei abgemeldeten Autos mit Abschleppen drohen, werden Eigentümer meist aktiv. CDU-Bürgerschaftsfraktion ahnt, warum.

Hamburg. 618 Schrottautos haben die Hamburger Behörden in diesem Jahr von öffentlichen Straßen entfernt. Bis zum Jahresende könnte die Zahl das Vorjahresniveau erreichen, als 672 nicht zugelassene Fahrzeuge abgeschleppt wurden. Wie aus einer Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Jens Wolf hervorgeht, betrifft das Problem vor allem den Bezirk Mitte. Dort wurden im vergangenen und in diesem Jahr rund die Hälfte aller Hamburger Schrottautos eingesammelt.

Bevor Polizei und Bezirksämter einen Abschlepper beauftragen, werden die Halter dreimal mit Aufklebern und mit Anschreiben aufgefordert, ihr abgemeldetes Auto zu entfernen. Diese Geduld zeigen die Behörden aber nur bei Fahrzeugen, die keine Gefahr darstellen. Die mit Abstand meisten Aufforderungen versandte der Bezirk Wandsbek, im vergangenen genau 1295 und in diesem Jahr schon 1378. Tatsächlich abgeräumt wurden jedoch nur 87 Fahrzeuge im vergangenen Jahr und 80 in diesem. Aus dem Bezirk Mitte wurde die Zahl der Aufforderungen nicht mitgeteilt.

Nutzen Autohändler Straßen als Lagerfläche?

"Auf der Straße entsorgte Schrottautos sind seit Jahren ein Ärgernis. Und es werden immer mehr", erklärte Wolf. Hamburgweit sei von mehr als 8000 abgestellten, nicht zugelassenen Fahrzeugen pro Jahr auszugehen. Mit Blick auf Wandsbek äußerte der Abgeordnete in seiner Anfrage die Vermutung, dass Fahrzeughändler den öffentlichen Raum als Lagerfläche missbrauchen. Wenn sie eine Aufforderung zum Entfernen bekämen, würden sie das Auto einfach austauschen.