Häusliche Gewalt

Schon sechs Hamburgerinnen in 2018 von ihrem Partner getötet

Partnergewalt gegen Frauen hat in Hamburg 2018 bereits sechs Todesopfer gefordert.

Partnergewalt gegen Frauen hat in Hamburg 2018 bereits sechs Todesopfer gefordert.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Anfrage der Linken bringt schockierendes Ergebnis zu häuslicher Gewalt in Hamburg. Mehr Plätze in Frauenhäusern gefordert.

Hamburg. In Deutschland wird an jedem dritten Tag eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Fast 140.000 Fälle von Gewalt in der Partnerschaft wurden 2017 angezeigt, wie aus den Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) hervorgeht, die Familienministerin Franziska Giffey (SPD) am Dienstag in Berlin vorstellte.

Eine aktuelle Anfrage der Linken zeigt nun: In Hamburg wurden in diesem Jahr sechs Frauen durch ihren Partner oder Ex-Partner getötet – das sind so viele wie in den beiden Vorjahren zusammen, wie aus der Senatsantwort hervorgeht.

In Hamburg gibt es fünf Frauenhäuser

„Gewalt in Partnerschaften geht in der Regel von Männern aus und richtet sich gegen Frauen“, erklärt die frauenpolitische Sprecherin der Fraktion, Cansu Özdemir. „Das Problem darf nicht individualisiert werden, sondern muss als strukturelles Phänomen anerkannt, sichtbar gemacht und bekämpft werden. Das Dunkelfeld ist immer noch furchtbar hoch.“

Nicht nur bundesweit, auch in Hamburg sind die Frauenhäuser, die Frauen in Gefahrensituationen Zuflucht und Schutz bieten, überlastet. Fünf Frauenhäuser mit insgesamt 194 Plätzen gibt es bislang in der Hansestadt.

Ein weiteres mit 30 Plätzen wurde von Rot-Grün beantragt und ist bereits in Planung. Den Linken ist das zu wenig. In einem Antrag fordern sie die Schaffung von 230 Frauenhausplätzen. „Das sind Plätze, die Leben retten könnten“, so Özdemir. Der Antrag wird am kommenden Mittwoch in der Bürgerschaft debattiert.