Hamburg

FDP-Chefin: "Mit 80 Prozent Männern werden wir zum Relikt"

Die Hamburger Landesvorsitzende der FDP, Katja Suding, bei einer Rede (Archiv).

Die Hamburger Landesvorsitzende der FDP, Katja Suding, bei einer Rede (Archiv).

Foto: dpa

Hamburgs Landesvorsitzende Katja Suding will mehr Frauen in der Partei. Mehr direkte Demokratie im Programm für Bezirkswahl.

Hamburg. Mit einem eindringlichen Appell an die Frauen, sich stärker zu engagieren, hat die FDP-Landesvorsitzende Katja Suding am Sonnabendmorgen die Mitgliederversammlung der Elbliberalen eröffnet. Suding wies darauf hin, dass nur 22,6 Prozent der FDP-Mitglieder Frauen sind. „Und bei uns in Hamburg sind es nur 18,1 Prozent – das ist viel zu wenig“, sagte Suding vor rund 150 Mitgliedern im Bürgerhaus Wandsbek.

„Frauen, bitte engagiert Euch! Wir brauchen Euch gerade jetzt“, sagte Suding mit Blick auf Bezirksversammlungswahlen im Mai 2019, um dann grundsätzlich zu werden: „Eine FDP, die zu 80 Prozent aus Männern besteht, wird irgendwann wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten wirken. Da kann unser Programm noch so modern sein.“

Rahmenprogramm für Bezirkswahlen verabschiedet

Suding, die für die FDP im Bundestag sitzt, sieht ihre Partei gut vorbereitet, falls die Große Koalition vorzeitig auseinanderbrechen sollte. „Wir halten uns alle Optionen offen. Das Ende der Koalition bedeutet nicht automatisch Neuwahlen“, sagte die FDP-Chefin. Es könne auch zu neuen Verhandlungen über eine Jamaika-Koalition kommen. „Dann in neuer Konstellation und mit neuem Verhandlungsführer“, so Suding.

Im Zentrum der Beratungen stand ein 20-seitiges „Kommunalpolitisches Rahmenprogramm“ für die Bezirkswahl 2019. Nach gut zweistündiger Debatte über 85 Änderungsanträge verabschiedeten die Mitglieder das Programm einstimmig. Unter anderem setzen sich die Liberalen dafür ein, dass Bürgerentscheide verbindlich werden. Dafür soll ein Beteiligungsquorum von 20 Prozent eingeführt werden.

Direktwahl der Bezirksamtsleiter

Außerdem spricht sich die FDP für die Direktwahl der Bezirksamtsleiter durch die Bevölkerung aus. Der frühere Altonaer Bezirksamtsleiter und Ex-Spitzenkandidat Hinnerk Fock würde zum FDP-Ehrenmitglied gewählt. Bereits am Freitagabend wählten die Liberalen Svenja Hahn zur Spitzenkandidatin für die Europawahlen, die ebenfalls im Mai 2019 stattfinden. Hahn, die Vorsitzende der Jungen Liberalen in Europa ist, werden gute Chancen auf einen vorderen Platz der FDP-Bundesliste eingeräumt.