Harburg

Wunderbare aber auch rätselhafte Musik

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HA
Die Harburger Kantorei führt Mozarts Messe in c-Moll am Sonnabend in der Johanniskirche auf.

Die Harburger Kantorei führt Mozarts Messe in c-Moll am Sonnabend in der Johanniskirche auf.

Foto: Harburger Kantorei / HA

Harburger Kantorei singt Mozarts c-Moll-Messe – Die Hintergründe ihrer Entstehung sind nicht vollständig geklärt.

Harburg.  Die Harburger Kantorei führt am Sonnabend die „Große c-Moll Messe“ von Wolfgang Amadeus Mozart auf. Mitwirkende sind das Harburger Kammerorchester und die Solisten Freja Sandkamm, Miriam Sharoni, Hendrik Lücke und Christfried Biebrach. Die Leitung hat Werner Lamm.

Je nach Blickwinkel des Betrachters wurden immer wieder Fakten mit Mythen vermengt, jede Epoche definierte ihren eigenen Mozart: das gottgleiche Genie, den armen Bittsteller, den Katholiken, den Freimaurer, den Freigeist, den frivolen Opernkomponisten, den ungestümen Sinfoniker.

Entsprechend ranken sich auch um die Große c-moll-Messe viele Widersprüche und Rätsel. Relativ einig sind sich die Historiker, dass ein großer Teil in Mozarts Wiener Zeit 1782 entstand. Deutlich weniger Einigkeit herrscht über den Anlass der Komposition und der (fragmentarischen) ersten Aufführung. Seit dem 19. Jahrhundert wurde versucht, Mozarts Fragment zu komplettieren, sodass heute bei Aufführungen der c-Moll-Messe meist die vollständige Vertonung der Liturgie zu hören ist.

Die c-Moll-Messe ist neben dem Requiem das wohl berühmteste Werk im kirchenmusikalischen Schaffen Mozarts. Es handelt sich, unter anderem wegen ihrer Instrumentierung mit Pauken und Trompeten, formal um eine „Missa solemnis“ (feierliche Messe). Damit steht sie als Missa longa im Gegensatz zu den mehr als zwölf Salzburger Messen Mozarts, die im Stil der Missa brevis komponiert wurden.

Unverkennbar sind Parallelen zu Werken Georg Friedrich Händels. Umstritten ist, wie genau Mozart zum Zeitpunkt der Entstehung der c-moll-Messe Vokalwerke Johann Sebastian Bachs kannte. Der kompositorische Aufbau des „cum sancto spiritu“ lässt es vermuten, unzweifelhafte Beweise scheint es aber selbst unter Musikwissenschaftlern nicht zu geben.

Mozarts c-Moll-Messe wird von einigen Musikern als „missing link“ zwischen Bachs h-Moll-Messe und Beethovens Missa solemnis eingeordnet. Auf jeden Fall ist es ein klarer Hinweis drauf, welch wunderbare Musik in der Johanniskirche zu erwarten ist.

W. A. Mozart: Große Messe c-Moll, Sonnabend, 17. November, 19 Uhr, St.-Johannis-Kirche Harburg, Bremer Str. 9, Karten ab 15 Euro unter www.harburger-kantorei.de, Ticketshop im Phoenix-Center, unter Tel. 069/407 66 20 und an der Abendkasse.

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