Hamburg

200 Stellen bei Philips weg – so reagiert die Politik

Peter Vullinghs ist Vorsitzender der Geschäftsführung von Philips in der DACH-Region.

Peter Vullinghs ist Vorsitzender der Geschäftsführung von Philips in der DACH-Region.

Foto: picture alliance/rtn

Der angekündigte Jobabbau in der Produktion der Röntgensysteme in Ohlsdorf schlägt in der Hansestadt hohe Wellen.

Hamburg. Der geplante Abbau von rund 200 Arbeitsplätzen bei Philips in Hamburg (Abendblatt berichtete exklusiv) schlägt in der Politik hohe Wellen. „Das ist nach dem angekündigten Jobabbau bei Diehl der zweite harte Schlag für Hamburgs Industrie“, sagt der FDP-Fraktionschef in der Bürgerschaft, Michael Kruse. Der Senat müsse alles in seiner Macht stehende tun, die Rahmenbedingungen für die Industrie zu verbessern. Das sei besonders wichtig, weil sich das globale Handelsklima eintrübe.

Für Michael Westenberger, Fachsprecher Wirtschaft der CDU-Fraktion, ist der angekündigte Jobabbau in der Produktion der Röntgensysteme in Ohlsdorf ein Beleg dafür, dass Hamburg in seinem Kerngeschäft an Klasse und Arbeitsplätzen verliere. „Bei Philips findet ein Ausverkauf des Standortes statt“, sagt Westenberger. So wurde bereits im vergangenen Jahrzehnt das Halbleitergeschäft verkauft und firmiert jetzt als NXP in Lokstedt. Nun sollen große Teile der Produktion von Röntgensystemen in die Niederlande verlagert werden, die Entwicklungsarbeit teilweise künftig in Indien erfolgen.

Gesundheitssektor ist in der Hansestadt wichtig

„Der Senat hat kein Konzept, die Old Economy mit ihren wichtigen Arbeitsplätzen in Hamburg zu halten“, sagt Westenberger und verweist auf den Niedergang des Versicherungsstandortes sowie das Beispiel Hamburg Süd. Nach der Übernahme der Reederei durch Maersk wurde etwa jede zehnte Stelle in der Zentrale gestrichen. Für Stephan Jersch, Fachsprecher Wirtschaft der Linken-Fraktion, geht in Hamburg ein Stück Industrietradition verloren. Der Gesundheitssektor sei in der Hansestadt wichtig. „Der Senat sollte versuchen, Gespräche mit Philips zu führen, um die Arbeitsplätze in Hamburg zu halten“, sagt Jersch. Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) äußerte sich nicht.