Grippesaison

Grippe-Impfstoff: Hier können Hamburger Engpässe melden

Immer mehr Hamburger lassen sich gegen die Grippe impfen.

Immer mehr Hamburger lassen sich gegen die Grippe impfen.

Foto: Holger Hollemann / dpa

Erste Lieferprobleme von Grippe-Impfstoff in Bergedorf und Eppendorf. Online-Meldung soll regionale Engpässe aufdecken.

Hamburg. Wie jedes Jahr im November lassen sich bereits viele Hamburger gegen Grippe impfen. Neu in diesem Jahr ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen den Vierfach-Impfstoff grundsätzlich für Risikogruppen – unter anderem Schwangere, über 60-Jährige und Menschen mit chronischen Erkrankungen – übernehmen. Einige Kassen bieten diese Leistung auch für alle anderen Versicherten an. Im Vergleich zu einem Dreifach-Impfstoff bietet der Vierfach-Impfstoff einen besseren Schutz vor der Grippe. Durch diese Neuerung und die starke Grippesaison 2017/18 ist die Nachfrage in diesem Jahr bereits jetzt sehr hoch. "Ungewöhnlich viele Menschen haben sich schon vor den Herbstferien impfen lassen", sagt Dr. Thomas Friedrich, Geschäftsführer des Hamburger Apothekervereins.

In Bergedorf klagte die Löwen-Apotheke in der vergangenen Woche über Probleme, den Impfstoff für Privatpatienten bereitzustellen, wie die Bergedorfer Zeitung berichtete. Bei einer Stichprobe des Abendblatts sprach auch eine Eppendorfer Apotheke davon, dass es seit 14 Tagen Lieferprobleme gebe. Der Branchendienst apotheke adhoc meldete, dass die meisten Hersteller bereits alle Impfstoffe verkauft hätten. Diese befänden sich entweder im Großhandel, in Apotheken, Arztpraxen oder seien schon verimpft worden.

Grundlage für Impfstoff-Bestellungen sind die Vorjahreszahlen

So kann es teilweise zu regionalen Engpässen kommen. Diese treffen zuerst Privatpatienten, die ihren Impfstoff in der Apotheke erhalten. Sie benötigen – anders als Kassenpatienten – eine Einzeldosis des Impfstoffes, da die Abrechnung personenbezogen erfolgt. Davon haben die Hersteller laut Dr. Thomas Friedrich in diesem Jahr vergleichsweise wenige Exemplare geliefert.

Für ihre Kassenpatienten bestellen Ärzte pauschal Impfstoff auf Basis ihrer Vorjahreszahlen, erklärt Klaus Schäfer, Hausarzt aus Langenhorn und Vizepräsident der Ärztekammer Hamburg. Dabei berechnet er eine Sicherheitsmarge mit ein, so dass er genügend Impfstoff für seine Patienten vorrätig hat. Auch die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH) sieht aktuell „keine Anhaltspunkte für Lieferengpässe bei den Grippe-Impfstoffen“.

In Altona alles "im grünen Bereich"

Seit vergangener Woche ruft das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) Apotheken, Arztpraxen und Verbraucher dazu auf, Engpässe online beim Institut zu melden. Dem PEI ist im Raum Hamburg bislang nur der Bergedorfer Fall bekannt. „Es kann natürlich sein, dass sich das in den nächsten Tagen ändert“, sagt Pressesprecherin Dr. Susanne Stöcker. Bei der Mehrheit der vom Abendblatt befragten Apotheken ist die Lage zurzeit aber entspannt. Ralf Mensing, Inhaber der Elefanten Apotheke in Altona sagt: „Bei uns ist alles im grünen Bereich.“