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S-Bahn nach Hamburg: Hier soll die neue S 4 halten

Auf Probefahrt zwischen Hamburg und Ahrensburg: Auf dem Zugzielanzeiger ist bereits die Linie S 4angegeben. Doch diese Verbindung soll erst 2027 realisiert werden.

Auf Probefahrt zwischen Hamburg und Ahrensburg: Auf dem Zugzielanzeiger ist bereits die Linie S 4angegeben. Doch diese Verbindung soll erst 2027 realisiert werden.

Foto: Bertold Fabricius

Finanzierung steht: Verbindung von Hamburg Richtung Bad Oldesloe kostet knapp eine Milliarde Euro. Karte zeigt die Haltestellen.

Hamburg.  Die geplante neue S-Bahn­-Linie 4 zwischen Altona und Bad Oldesloe ist eines der wichtigsten Verkehrsprojekte für Hamburg und Schleswig-Holstein. Seit Jahren schon gibt es Gespräch­e mit dem Bund über die Aufteilung­ der Kosten von mehr als 950 Millionen Euro.

Jetzt steht nach Abendblatt-Informationen ein Durchbruch bei den Verhandlungen an: „Wir gehen davon aus, dass die Eckpunkte der Finanzierung der S 4 bis Ende des Jahres stehen. Es wurden auch am Rande der Verkehrsministerkonferenz in Hamburg Gespräche mit Vertretern des Bundes geführt. Wir befinden uns auf der Zielgraden“, sagte Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof (SPD) auf Abendblatt-Anfrage.

Karte: Hier soll die S4 fahren

Auch Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) bestätigte: „Es hat sehr konstruktive Gespräche zwischen den Vertretern beider Länder und den Vertretern des Bundesverkehrsministeriums über die Finanzierung der S 4 gegeben.“

Dem Vernehmen nach sollen bis zu 400 Millionen Euro aus den Mitteln des sogenannten Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) vom Bund finanziert werden. Weitere 200 Millionen Euro müssten Hamburg und Schleswig-Holstein zahlen. Allerdings steht noch nicht fest, wie die beiden Länder diese Summe aufteilen.

350 Millionen Euro fehlen

Fehlen allerdings noch mindestens 350 Millionen Euro. Diese sollen nach dem Willen der Länder vom Bund zur Verfügung gestellt werden: „Der Bund profitiert von der S 4, weil diese auf eigenen Gleisen fährt und damit Platz für den überregionalen Personen- und Güterverkehr schafft“, sagte Rieckhof. Auch in einem Gespräch zwischen Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla in der vergangenen Woche war die S 4 ein Thema.

Außerdem soll demnächst eine vom Bund in Auftrag gegebene Bahnknotenstudie veröffentlicht werden, die für mehrere deutsche Großstädte erstellt wurde. Dabei wurde auch die S 4 mit untersucht. Die Studie soll nach Abendblatt-Informationen zu dem Ergebnis kommen, dass es Bedarf für dieses Projekt gibt.

Zwei zusätzliche Gleise

Mit der S 4 sollen rund 250.000 Menschen im Bezirk Wandsbek und Kreis Stormarn an die S-Bahn angeschlossen werden. Für die Verbindung zwischen Altona und Bad Oldesloe müssen zwischen Hasselbrook und Ahrensburg auf 17 Kilometern zwei zusätzliche Gleise gebaut werden. Außerdem ist ein weiterer eingleisiger Ausbau auf rund drei Kilometern von Ahrensburg bis kurz hinter Ahrensburg-Gartenholz vorgesehen. „Wir halten an dem Baustart im Jahr 2020 fest. Bis 2027 soll die S 4 dann fertiggestellt sein“, sagte Rieckhof. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass das Baurecht nicht durch etwaige Gerichtsentscheide blockiert werde.

Die Politik begrüßt, dass sich eine Realisierung der S 4 abzeichnet. „Das Projekt ist für die Entlastung des Hamburger Hauptbahnhofs und die bessere Anbindung von mehreren Hamburger Stadtteilen im Bezirk Wandsbek von zentraler Bedeutung“, sagte der Hamburger CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß. Für den Grünen-Verkehrsexperten Martin Bill steht fest: „Ich freue mich sehr, wenn es endlich belastbare und verlässliche Fortschritte in den Finanzierungsverhandlungen mit dem Bund geben sollte. Für Hamburg ist die Realisierung der S 4 ein enorm wichtiges Projekt.“