Verkehrsministerkonferenz

Drohnen sollen in Hamburg Medikamente transportieren

Ein Paketkopter von DHL startet mit Medikamenten an Bord von Norden-Norddeich zu einem Flug auf die ostfriesische Insel Juist (Symbolbild).

Ein Paketkopter von DHL startet mit Medikamenten an Bord von Norden-Norddeich zu einem Flug auf die ostfriesische Insel Juist (Symbolbild).

Foto: Ingo Wagner/dpa

Die Stadt soll führend in der Entwicklung ziviler Transportdrohnen werden. Verkehrssenator will europaweites Recht dafür entwickeln.

Hamburg.  Hamburg will bundesweit führend auf dem Gebiet der Flugdrohnen werden. So sollen Drohnen in Hamburg künftig etwa eilige Medikamente ins Krankenhaus oder Gewebeproben schnell vom Operationssaal zum Labor transportieren. Wirtschafts- und Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) will dafür ein europaweites Recht entwickeln lassen. Hamburg liege bereits jetzt vorn bei den Drohnen.

Bei technologisch so interessanten Entwicklungen könne man nicht nur warten und zusehen, was sich tue. "Hier bin ich der Meinung, muss man sich an die Front setzen, was die Entwicklung angeht", sagte Horch. Die zivilen Transportdrohnen waren ein Thema am ersten Tag der Verkehrsministerkonferenz in Hamburg-Finkenwerder. NDR 90,3 hatte zuerst darüber berichtet.

Drohnen überwachen auch Köhlbrandbrücke

Ähnlich äußerte sich Lukas Kästner vom "Hamburg Aviation Cluster" gegenüber dem NDR-Sender 90,3. Es gebe viele Experten in der Stadt und Kamera-Drohnen würden heute schon Windräder und zum Beispiel die Köhlbrandbrücke überwachen. Die Fluggeräte können über Funk Bilder aus der Luft auf Bildschirme beziehungsweise Computer oder Smartphones am Boden senden. Der Paketversand mithilfe von Drohnen sei zwar auf den Halligen wirtschaftlich zu betreiben, in der Großstadt aber unrentabel. Die hessische Polizei erprobt derzeit den Droheneinsatz in einem Pilotprojekt. Acht Mitarbeiter wurden im Februar in der Führung von Drohnen ausgebildet.

Es werde nur auf Sicht und bis zu einer Höhe von maximal 50 Metern geflogen. Bei Demonstrationen oder Fußballspielen sollen die Drohnen nicht zum Einsatz kommen, hieß es. Aber grundsätzlich sollen sie Foto- und Videoaufnahmen aus der Luft liefern und der Polizei bei der Beschaffung und Sicherung von Beweisen an Tatorten oder bei Verkehrsunfällen helfen. Als Konkurrenz für den Einsatz etwa von Polizeihubschraubern sind die Drohnen nicht vorgesehen. Die Berliner und die Hamburger Polizei setzen bereits Drohnen ein.

Die Verkehrsminister der Bundesländer tagen seit gestern auf dem Airbus-Gelände. Zu ihrer zweitägigen Herbsttagung soll heute auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) eintreffen.