G20

Elbchaussee-Randale: Frankreich liefert Verdächtigen aus

G 20-Irrsinn: Brennende Autos an der Elbchaussee

G 20-Irrsinn: Brennende Autos an der Elbchaussee

Foto: abendblatt.de

23-Jähriger ist verdächtig, an der Elbchaussee Autos angezündet zu haben. Weiteres Urteil in einem G20-Prozess.

Hamburg.  Sie randalierten auf der Elbchaussee und versetzten viele Hamburger in Angst und Schrecken: Rund 220 vermummte Männer und Frauen beteiligten sich im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel am frühen Morgen des 7. Juli 2017 an einer Serie von Brandstiftungen. Jetzt erfolgt die Auslieferung eines in Frankreich verhafteten 23-jährigen Tatverdächtigen, der an den gewalttätigen Ausschreitungen beteiligt gewesen sein soll, an die deutsche Justiz. Gegen den Mann war ein europäischer Haftbefehl erwirkt worden, der am 17. August in Frankreich vollstreckt wurde. Seitdem befindet sich der Mann in Auslieferungshaft. Die Überführung des Verdächtigen nach Hamburg erfolgt durch die Ermittlungsgruppe „Schwarzer Block“.

Bei der Randale auf der Elbchaussee waren Autos in Flammen aufgegangen, Scheiben wurden eingeschlagen. Die rund 220 Vermummten hatten dabei einen Schaden von rund 1,5 Millionen Euro verursacht. Zuletzt wurde erstmals eine europaweite öffentliche Fahndung nach vier mutmaßlichen Gewalttätern gestartet, die die Polizei den Randalierern von der Elbchaussee zurechnet. Die Hamburger Fahnder veröffentlichten unter anderem Fotos der vier Gesuchten auf ihrer Internetseite www.polizei.hamburg/g20-fahndungen.

Bewährungsstrafe wegen Landfriedensbruchs im Schanzenviertel

„Das sind unsere Top-Täter der G20-Ausschreitungen“, sagte der Chef der Sonderkommission „Schwarzer Block“, Jan Hieber, dazu. Die Fahndung bezog sich vor allem auf Frankreich, Italien, Spanien und die Schweiz, aber auch weitere europäische Länder. Dem in Frankreich verhafteten 23-Jährigen und den drei weiteren Gesuchten werden erhebliche Straftaten wie Brandstiftung und schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen.

Unterdessen musste sich am Freitag ein 25-Jähriger vor dem Amtsgericht verantworten, der im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel Teil einer Gruppe gewesen sein soll, die in einem Elektronikgeschäft an der Schanzenstraße randalierte und den Laden plünderte. Laut Anklage traten etwa 20 Personen die Scheibe der Eingangstür des Geschäfts ein und stürmten es. Dann wurden diverse Vitrinen zerstört und die Regale leergeräumt, in denen sich elektronische Geräte im Wert von 90.000 bis 100.000 Euro befanden. Insgesamt entstand den Ermittlungen zufolge durch den Diebstahl und die Sachbeschädigungen ein Gesamtschaden von etwa 178.000 Euro.

Während der Hauptverhandlung wurde unter anderem ein Film gezeigt, den Kameras von den Plünderungen aufgezeichnet hatten. Auf diesem Video ist zu erkennen, dass der 25-Jährige zwar zusammen mit anderen im Laden ist, allerdings nichts entwendet. Die Richterin verurteilte den 25-Jährigen wegen Landfriedensbruchs sowie schweren Hausfriedensbruchs zu sechs Monaten Haft auf Bewährung. Zudem muss der Angeklagte 200 Stunden Arbeitsleistungen verrichten. Dass geplündert wurde, sei ihm nicht zuzurechnen, betonte die Vorsitzende. „Ich gehe davon aus, dass Sie aus reiner Neugier da waren.“