Hamburg

Hamburger Zirkusartistin braucht zweite OP

Nach ihrem Sturz benötigt Tetiana Korenieva erneuten Eingriff an der Halswirbelsäule – sonst droht eine Lähmung

Hamburg.  Sie hat gekämpft und gehofft, dass sie ohne eine zweite Operation auskommen könnte: Doch nun steht fest, dass der verunglückten Hamburger Zirkusartistin Tetiana Korenieva (24) erneut ein großer Eingriff an der Halswirbelsäule bevorsteht. „Wenn wir diese Operation jetzt nicht in Angriff nehmen, dann besteht die Gefahr, dass Tanya vom Hals abwärts gelähmt wird und dass sie lebenslang mit Schmerzen leben muss“, sagte der Lebensgefährte der Künstlerin, Sebastian Hofmann, dem Hamburger Abendblatt.

Tetiana Korenieva war am 1. August dieses Jahres bei einer spektakulären Trapeznummer im dänischen Cirkus Arena verunglückt. Die Artistin war gerade dabei, sich an langen, weißen Bändern von der Zirkuskuppel herabzulassen, als ein Stahlseil riss, das die junge Frau eigentlich sichern sollte. Aus rund acht Metern stürzte die gebürtige Ukrainerin in die Manege. Mehrere Halswirbel und das Becken waren gebrochen, die Künstlerin musste sofort in einem Krankenhaus in Kopenhagen notoperiert werden. Acht Stunden dauerte der Eingriff.

Nach dem Horrorsturz hatten die Ärzte zunächst gehofft, dass die Halswirbel der Künstlerin durch eine Verstärkung mit Titan auf natürliche Weise wieder zusammenwachsen würden. „Nach eingehenden radiologischen Untersuchungen sowie der Beratung durch mehrere Wirbelsäulenspezialisten ist das einstimmige Ergebnis aber nun, dass einige Wirbel nicht verheilt sind und auch niemals ohne eine weitere OP verheilen werden“, sagt Sebastian Hofmann, der sich in der gemeinsamen Wohnung in Barmbek-Süd um seine Freundin kümmert.

In den kommenden 14 Tagen wird daher nun ein neuer Eingriff notwendig. Dabei wollen Spezialisten einer großen Hamburger Klinik mehrere Halswirbel mit Implantaten versorgen und teilweise versteifen. Das Bittere: „ Egal, wie die OP ausgeht, eine normale Bewegung des Halses und Kopfes wird für Tetiana anschließend wohl kaum mehr möglich sein“, sagt Hofmann. Wie viel Mobilität ihr noch bleibt, wird sich erst nach Monaten täglicher Physiotherapie und Rehabilitation zeigen.

Nach wie vor schwierig ist die finanzielle Lage von Tetiana und ihrem Lebensgefährten. Da die gebürtige Ukrainerin über keine deutsche Krankenversicherung verfügt, muss sie für alle Kosten der Operation und die anschließende Rehabilitation selbst aufkommen. „Die Operation wird mehrere Zehntausend Euro kosten“, so Hofmann. Allein die Anzahlung beim Krankenhaus betrage 20.000 Euro.

Auf der Crowdfunding-Plattform GoFundMe sammelt Hofmann daher weiter Spenden für seine Lebensgefährtin. 31.600 Euro sind dort bereits zusammengekommen, doch von dem ursprünglichen Ziel von 70.000 Euro ist das Fundraising Team noch weit entfernt.

Zumindest mitverantwortlich für den Unfall ist aus der Sicht von Hofmann der dänische Cirkus Arena. Daher hat das Paar nun über einen dänischen Anwalt eine Klage gegen das Unternehmen eingereicht. Dieser vertritt die Künstlerin pro bono. Aber: Egal, wie das Verfahren ausgeht: „Mit einem möglichen Schadenersatz können wir erst in ein bis zwei Jahren rechnen“, so Hofmann.