Verkehr in Hamburg

Polizei nimmt jetzt auch Motorradposer ins Visier

Bilanz der Kontrollgruppe Autoposer: Polizei stellt binnen eines Jahres Hunderte Fahrzeuge sicher. Auch erste Motorräder darunter.

Hamburg. Der Hamburger Polizei sind in den vergangenen Monaten meist auf dem Jungfernstieg oder rund um die Binnenalster auch prominente Autoposer ins Netz gegangen. Darunter war der frühere Torwart von Werder Bremen, Wrestling-Enthusiast Tim Wiese, und ein Mitglied der stadtbekannten 187 Strassenbande. Der Strassenbandist wollte vor Ort die Strafe zahlen, um sein Auto vor der genauen Untersuchung zu bewahren und weiterfahren zu können. Die Beamten gingen auf dieses Angebot nicht ein.

Auch Motorradfahrer im Visier der Polizei

Am Donnerstag kündigte die Kontrollgruppe „Autoposer“ der Hamburger Polizei an, nun auch gegen lärmende Motorradfahrer vorzugehen. „Demnächst werden wir uns verstärkt um laute Motorräder kümmern“, sagte der Leiter der Kontrollgruppe, Tobias Hänsch.

Die Beamten präsentierten zwei bereits sichergestellte Maschinen. Eine am Donnerstag kontrollierte Harley Davidson mit Beiwagen sei viermal so laut wie erlaubt. An dem Motorrad seien viele Teile ungenehmigt verändert worden. Auch eine Kawasaki war der Kontrollgruppe aufgefallen. Sie sei 120 Dezibel laut gewesen, was in etwa dem Lärm eines Düsenjets entspricht.

Polizei kontrolliert 2835 "Autoposer"

Die Kontrollgruppe war am 1. September 2017 gegründet worden. Seitdem haben die 13 Beamten 2835 Fahrzeuge überprüft. 340 Autos wurden sichergestellt. Die Polizeiarbeit kommt bei den Hamburgern offenbar gut an: „Die Menschen sind genervt von der Lautstärke“, sagte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer.