Comedy-Tipp

Hamburgs Humor-Facharbeiter: Hingehen, hingeben!

Don Clarke

Don Clarke

Foto: Veranstalter / BGZ

Stand-up-Comedian Don Clarke, Musiker Jan-Christof Scheibe und das Kabarettduo Alma Hoppe spielen.

Satire.  Oft genug klagt die Wirtschaft über Facharbeitermangel. Aber in der Sparte Komik? Nun ja, da verdingen sich in der Freien und Humorstadt auch mal Ungelernte. Bestes Beispiel: Don Clarke. „Der kann ja wirklich nichts – aber das verdammt gut“, heißt es über ihn. Meint: Er kann vor allem reden. Der gebürtige Engländer, der nach der Zwischenstation Lauenburg seit einem Jahrzehnt in Hamburg humoristisches Asyl genießt, schreckt vor fast keinem Kalauer zurück und mag’s feucht-fröhlich, also Bier. Mit seinem Programm „Auf Weltournee“ trat Clarke in mehr als 1000 Shows von Flensburg bis München, von Köln bis Dresden sowie auf Kreuzfahrtschiffen auf.

Mit dem Programm „SEXundSECHZIG“ knüpft der Natural Born Comedian dort an, wo er niemals aufgehört hat: beim Nichtstun. So plaudert der zweifache Ex-Ehemann, Vater von vier Kíndern und fünf Enkelkindern an diesem Dienstag im Schmidt aus dem Nähkästchen – mit Lebenstipps etwas anderer Art. Es ist Clarkes letzter Auftritt im Schmidt vor dem Brexit, danach kann’ s für die englische Kalauer-Kanone teuer werden ...

Etwas tiefgründiger geht es parallel im Imperial Theater zu: „Ogoddogott“ denkt sich Jan-Christof Scheibe noch mal. Der Hamburger Musiker und Comedian sucht in seinem Programm (Regie: Lukas Langhoff), mit dem er 2016 Uraufführung im Gruen­span feierte, Wege aus der religiösen Beziehungskrise. Der Entertainer profitiert von Backstage-Erfahrungen als Spross eines Organisten und als junges Kinderchor-Mitglied. Indes muss bei seinem Wechselspiel aus Erzählungen, thea­tralen Szenen sowie Liedern an (Show-)Flügel, E- und Akustik-Gitarre mit Kirchenlieder-Parodien keiner Sorge haben, bekehrt zu werden. Dabei helfen vom eitlen Pastor bis zu „Arne der Schamane“ einige komische Typen.

Für Letztere steht seit fast 35 Jahren das Kabarett Alma Hoppe. Nils Loenicker und Jan-Peter Petersen zählen zu Hamburgs ältesten Humor-Facharbeitern. Ihr „Bla Bla-Land“ war im November als Best-of-Programm angekündigt, entpuppte sich bei der Premiere aber als frische pointierte (Polit-)Satire mit Themen wie „Paradise-Papers“. Und weitere Ansätze zur möglichen Aktualisierung haben die „Hoppes“ in diesem Sommer aus Berlin respektive Bayern ja genug erhalten – Stichwort Fachkräftemangel.

„SEXundSECHZIG“ Di 25.9., 20.00 Schmidt Theater (U St. Pauli), Spielbudenplatz 24/25, Karten zu 21,80 bis 31,70 : T. 31 77 88 99; „OgoddoGott“ Di 25.9., 20.00, Imperial (U St. Pauli), Reeperbahn 5, Karten zu 20,-: T. 31 31 14; „Bla Bla Land“ Di 25.–Fr 28.9, 20.00, Alma Hoppes Lustspielhaus (U Hudtwalckerstr), Ludolfstr. 53, Karten ab 21,-: T. 55 56 55 56