Hamburg

42.000 Kondome und eine Radio-Premiere

Die Hamburg-Kolumne: Anekdoten aus der Gesellschaft, Rück- und Vorblicke auf Veranstaltungen – und alles über die wichtigsten Köpfe der Stadt

Reinhold Beckmann hat in dieser Woche seine erste eigene Radiosendung aufgezeichnet. In der Hörfunk-Talkshow, die auf NDR 2 ausgestrahlt wird (Montag, 24. September, 19-21 Uhr), empfängt der Hamburger Prominente aus Politik, Kultur und Sport und spricht mit ihnen über die Musik ihres Lebens. „Wir kennen das doch alle selbst ziemlich gut: Welche Songs gehören zu welchen wichtigen – privaten wie beruflichen – Momenten des Lebens? Welche Live-Konzerte bleiben unvergessen? Und welche Künstler und Alben prägen einen bis heute?“, sagte Beckmann zu seiner neuen Sendung. Mit den ersten Gästen hat er gleich einen Coup gelandet. Robert Habeck, Bundesvorsitzender der Grünen, ist zusammen mit seiner Frau, Andrea Paluch, zu Gast.

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Vielleicht hätte die „Welt am Sonntag“ schon ihren 50. Geburtstag in Hamburg mit einem so rauschenden Fest feiern sollen – dem Medienstandort wäre vielleicht der eine oder andere Umzug erspart geblieben. Allerdings war 1998 der Ort, das neue The Fontenay, noch nicht gebaut und der Festredner, Bundesfinanzminister Olaf Scholz, nur Vorsitzender des SPD-Bezirks Hamburg-Altona. Am Dienstag schwärmten alle von Hamburg. Die Alster, der schöne Sommerabend auf der Terrasse und ein Bundespolitiker, der noch einmal mit leiser Wehmut kurz in die Rolle des Bürgermeisters schlüpfte. Scholz begann mit einer Lobrede auf die Hansestadt und endete mit einem Plädoyer für den Journalismus. Eine Rede, wie gemacht für die einstige Medienhauptstadt, leider zwei Jahrzehnte zu spät. Dafür konnten die 200 Gäste – darunter DFB-Chef Reinhard Grindel, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, Springer-Chef Mathias Döpfner und Schauspielerin Nina Petri – eine Reise in die Vergangenheit machen: Die Schauspieler Herbert Knaup und Peter Jordan schlüpften in die Rollen der Verleger Axel Springer und Rudolf Augstein und stritten nach einer Idee von Ulrich Waller in einem Sylter Strandkorb.

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Die Zahl der Woche kommt von Norbert Aust, neben Corny Littmann Eigentümer der Schmidt-Theater. Bei der Geburtstagsfeier des Musicals „Heiße Ecke“, das in den vergangenen 15 Jahren mehr als 4000-mal aufgeführt wurde, habe man „rund 42.000 Kondome“ verbraucht. „Da kann selbst ich nicht mithalten“, sagte Littmann trocken. Wobei Aust mit den „Kondomen“ die winzigen Schutzüberzüge der Mikrofone meinte, die die Musicaldarsteller tragen. Aust stellte fest: „So viel gefeiert wie in den vergangenen zwölf Monaten wurde bei uns noch nie.“ Allein der Geburtstag der „Heißen Ecke“ wurde eine Woche begangen, zum Finale kamen unter anderem Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler, Tourismus-Chef Michael Otremba und Hamburgs Börsenpräsident Friedhelm Sternberg.


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Die Hamburg-Vertretung von Taipeh hat einen neuen Generaldirektor. Wen-chiang-Shen hat sein Amt aufgeben und kehrt nach Taiwan zurück. Die Geschäfte der Taipeh Vertretung Büro Hamburg wird künftig Mei-shun Lo übernehmen.

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Die norddeutschen Rotary-Clubs bekommen in diesen und den nächsten Wochen Besuch von einem Hamburger. Christian Dyckerhoff ist neuer Governor des Ro­tary-Districts 1890 und damit so etwas wie der Oberchef aller Clubs in Hamburg und Schleswig-Holstein. In dieser Funktion macht er vor allem Werbung für die Internationale Rotary-Convention, deren Schauplatz Hamburg im Jahr 2019 ist: „Ich wünsche mir, dass sich dafür aus jedem meiner Clubs mindestens zehn Mitglieder anmelden“, sagt Dyckerhoff. Das wären bei 77 Clubs 770 Rotarier – knapp die Hälfte hat der Governor schon zusammen. Insgesamt könnten mehr als 20.000 Menschen kommen.

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Was haben die Schwester von Barack Obama, Auma Obama, Hinnerk Baumgarten und Michael Stich gemeinsam? Ganz einfach, ihr Engagement für einen guten Zweck. Sie alle haben zusammen mit rund 100Teilnehmern beim Nord-Cup Golf gespielt und Geld (Michael Stich Stiftung, Uwe Seeler Stiftung, Tabaluga Stiftung) gesammelt. Zum zweiten Mal hatten Marcus Stockfleth und Axel Kmonitzek zu einem Turnier, dieses Mal in den Golf & Country Club Hamburg-Treudelberg, geladen. 30.000 Euro kamen in den zwei Tagen zusammen. „Das war ein großer Erfolg. Und so haben wir direkt nach dem Ende der zwei Tage angefangen, die Veranstaltung für das kommende Jahr zu planen“, sagte Kmonitzek.

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Einen guten Rat für junge Menschen hatte Dana Schweiger parat: „Solange du etwas hast, was du liebst und woran du glaubst, solltest du alles daran setzen, es auszuprobieren“, sagte sie in einer Talkrunde anlässlich des Weltkindertags am 20. September. „Andere sollen sehen, dass es möglich ist. Das Leben sollte so genommen werden, wie es kommt, und man sollte sich immer trauen, Dinge zu ändern, wenn man unzufrieden ist.“ Die Unternehmerin saß zusammen mit YouTuberin Joyce Ilg und Schauspielerin Nina Bott in einer Talkrunde, zu der TK Maxx und die Kinderhilfsorganisation Children for a better World e.V. geladen hatten. Kinderarmut in Deutschland, Chancengleichheit und Potenzialentfaltung waren die Themen des Gesprächs. Joyce Ilg bekräftigte, wie wichtig es sei, sich nicht vom eigenen Weg abbringen zu lassen: „Rückschläge sind normal und sollten auf gar keinen Fall dazu führen, seine Träume aufzugeben.“

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Jubiläum der Woche: Mit einem Empfang in der Handelskammer Hamburg feierte der Peer Gynt Club, der norwegisch-deutsche Wirtschaftsclub, sein 30-jähriges Bestehen. Rund 100 Gäste waren der Einladung des Vorsitzenden Kai-Axel Aanderud gefolgt. Unter ihnen auch Norwegens Botschafter Petter Ølberg. Er ist der Hansestadt eng verbunden, seine Mutter stammt aus Hamburg. Die Festrede hielt der Ehrenvorsitzende der Deutsch-Norwegischen Handelskammer in Oslo, Rolf A. Engelhardtsen. Mit rund 100 Mitgliedsunternehmen ist der Peer Gynt Club das größte norwegisch-deutsche Wirtschaftsnetzwerk.

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Jakobsmuscheln, St. Petersfisch, Wagyu-Rind – diese feinen Lebensmittel konnte Till Demtrøder jetzt im Restaurant Izakaya am Nikolaifleet genießen. „Tolle Location, tolles Essen“, sagte der Schauspieler, der an der gastronomischen Masterclass unter dem Motto „Umami & Sake“ teilnahm. Auf den Tisch kamen sieben Gänge, die auf die fünfte Geschmacksrichtung Umami abgestimmt waren, dazu verschiedene Sorten Reiswein, die sehr kundig von Yoshiko Ueno-Müller, Botschafterin der Sake-Kultur, erklärt wurden. „Ich komme bestimmt wieder“, versprach der 51-Jährige Hamburger. Ebenfalls unter den Gästen: der ehemalige Fußballer Thomas Helmer und seine Frau, die Schauspielerin Yasmina Filali.

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Wenn das kein Grund zum Feiern ist. Vor wenigen Wochen wurde Howard M.S. Kroch in London zum Weltpräsidenten der English Speaking Union gewählt. Dabei mag der Hamburger den Titel gar nicht. „Denn Princess Anne steht dieser Titel eigentlich zu. Ich fühle mich für die kommenden zwei Jahre einfach zuständig für 52 Länder“, sagte der Leiter des deutschen Zweiges, der gleichzeitig auch Honorarkonsul der karibischen Inselrepublik Trinidad and Tobago ist. Feiern wollte die Union die Aufgabe trotzdem. Und so gab es einen Cocktailempfang im Gästehaus der Universität. Geladen waren die eigenen Mitglieder, aber auch befreundete Verbände und die Konsulate der Stadt. „Ich habe gesagt, dass ich in den kommenden zwei Jahren alle Länder, für die ich jetzt zuständig bin, besuchen will. Mal sehen, wie viele ich wirklich schaffe“, sagte Kroch.

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Für die Fans von Peter Maffay ist er ein alter Bekannter: Seit 2004 gehört der Hamburger Gitarrist und Sänger Peter Keller zur Maffay-Band. Nur Insider wissen, dass Keller für Maffay und andere Künstler wie A-ha, Monrose, Laith Al-Deen und Karat mit großem Erfolg als Produzent arbeitet. In diesem Jahr gewann er sogar den „Echo“ in dieser Kategorie für das Album „MTV Unplugged“ von Maffay. Jetzt lud Keller bei Currywurst, Bier und Wein zur Eröffnung seiner neuen Chefrock-Studios in Altona offiziell ein. Seit April arbeitet er dort bereits in drei hochmodernen Studios mit Musikern. Bei der Party spielte die Band Benjrose. Unter den Gästen: Sänger Rolf Zuckowski und Produzent Franz Plasa.

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Dass er ein Schauspieler und Musiker ist, ist vielen bekannt. Was aber sicher nur wenige wissen: Jimi Blue Ochsenknecht kann auch gut kochen. In dieser Woche hat der Sohn von Natascha und Uwe Ochsenknecht in der Hamburger Innenstadt sein eigenes Kochbuch vorgestellt. „Kochen ist easy. Rezepte aus dem wahren Leben“, heißt das Werk, in dem sich Gerichte für einen Pokerabend mit Freunden genauso finden wie das perfekte Dinner für den Abend mit den Schwiegereltern in spe. Dass er am Herd richtig was drauf hat, hat Ochsenknecht bereits in der Koch-Show „Grill den Henssler“ unter Beweis gestellt. Dort konnte er den Hamburger Profikoch Steffen Henssler mit seinem Menü sogar schlagen. (fis, hai, mik, sla, pw)