Nivea-Hersteller

Neuer Beiersdorf-Chef: Favorit kommt aus eigenen Reihen

Stefan F. Heidenreich führt Beiersdorf noch maximal bis Ende 2019

Stefan F. Heidenreich führt Beiersdorf noch maximal bis Ende 2019

Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Vorstand Stefan De Loecker hat die besten Chancen als Nachfolger von Stefan Heidenreich. Vertrag vielleicht schon Ende des Jahres.

Hamburg.  Exakt vor drei Monaten überraschte Beiersdorf mit der Meldung, dass Vorstandschef Stefan Heidenreich den Hamburger Nivea-Hersteller verlassen werde. Der Aufsichtsrat und Heidenreich hätten sich „freundschaftlich auf die Beendigung des Vorstandsmandats spätestens zum Ende der bis zum 31. Dezember 2019 laufenden Amtsperiode verständigt“, hieß es damals in der offiziellen Pressemitteilung.

Schon damals wurde der Aufgabenbereich von Vorstand Stefan De Loecker erweitert. Der Aufsichtsrat übertrug ihm zusätzlich die Verantwortung für „Planung, Strategie, Unternehmensentwicklung“ und beauftragte ihn mit der Vertretung des Vorstandsvorsitzenden. Im Kontrollgremium war schon damals von einer „Kronprinzen-Rolle“ die Rede.

Michael Herz sehr zufrieden mit Kronprinz

Nach Abendblatt-Informationen soll Mehrheitsaktionär Michael Herz mittlerweile so zufrieden mit der Performance des Kronprinzen sein, dass „vieles auf De Loecker als Heidenreich-Nachfolger hindeutet“, wie ein Insider dem Abendblatt sagte. Allerdings gebe es noch keinen abschließenden Aufsichtsratsbeschluss. Der könnte aber noch im Laufe des Jahres erfolgen.

Der 51-jährige gebürtige Belgier ist seit Mitte 2012 bei Beiersdorf. Im Juli 2014 rückte er in den Vorstand auf und war bis zu seiner Beförderung im vergangenen Juni zunächst für die Region Naher Osten und später auch für den Bereich Nord- und Südamerika zuständig. Der verheiratete Vater einer Tochter hat an der Universität Antwerpen Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitete zwischen 1990 und 2011 in unterschiedlichen Funktionen für den Lebensmittelkonzern Nestlé, bevor er dann vor seinem Beiersdorf-Engagement noch drei Jahre lang für die britische Handelskette Tesco tätig war. Nun könnte er schon bald Hamburgs einzigen DAX-Konzern (sieben Milliarden Euro Umsatz, 19.000 Mitarbeiter) lenken.