Hamburger Modekette

Tom Tailor dampft Prognose ein – Aktie auf Talfahrt

Der Vorstandschef von Tom Tailor, Heiko Schäfer

Der Vorstandschef von Tom Tailor, Heiko Schäfer

Foto: Michael Rauhe

Erlöse sinken um bis zu neun Prozent. Vor allem bei der einst teuer zugekauften Best-Ager-Marke Bonita läuft es nicht rund.

Hamburg.  Die Modekette Tom Tailor muss wegen des heißen Sommers, hoher Rabatte und Problemen mit der Marke Bonita zurückrudern. Wie der Konkurrent Gerry Weber vor wenigen Tagen muss auch das Hamburger Unternehmen seine Ziele für das laufende Jahr kappen.

So wird jetzt ein Umsatzrückgang von bis zu neun Prozent auf 840 Millionen Euro erwartet, teilte das Unternehmen am Donnerstagmorgen in Hamburg mit. Bislang hatte Tom Tailor lediglich mit einem leichten Umsatzrückgang gerechnet. Die Gewinn-Marge (Ebitda) soll nur noch zwischen siebeneinhalb und achteinhalb Prozent liegen, teilte Tom Tailor mit. Ursprünglich waren zehn Prozent angepeilt worden.

Die Zukunft der Marke Bonita stehe nun auf dem Prüfstand, hieß es weiter. Aufgrund der aktuellen Geschäftsentwicklung müsse "die Werthaltigkeit der Beteiligung sowie der Markenwert" grundlegend überprüft werden. "Es geht um eine bilanzielle Neubewertung", sagte Unternehmenssprecherin Lena Wulfmeyer dem Abendblatt. Weitere Einschnitte bei Filialen oder Mitarbeitern seien nicht geplant.

Zielgruppe Frauen über 40

Tom Tailor hatte Bonita im Jahr 2012 gekauft, um auch den Markt von Frauen über 40 bedienen zu können. Doch die Neuausrichtung der Marke gestaltete sich schwieriger als erwartet. Derzeit werde gerade eine neue Produktlinie eingeführt, so die Sprecherin.

An der Börse kamen die Nachrichten gar nicht gut an. Die Aktien brachen am Donnerstag um bis zu 15,7 Prozent auf 4,21 Euro ein. Damit waren die in keinem relevanten Auswahlindex mehr enthaltenen Papiere so wenig wert wie seit knapp zwei Jahren nicht mehr.