Hamburg

Neue Baustellen: Verkehrsstaus mit Ansage

Stau an der Amsinckstraße, nachdem am Montag die Arbeiten zur Sanierung der Brücke begonnen haben

Stau an der Amsinckstraße, nachdem am Montag die Arbeiten zur Sanierung der Brücke begonnen haben

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Die Amsinckstraße wird für drei Jahre teilgesperrt, die Krugkoppelbrücke ist bis Dezember dicht. Großbaustelle Hamburg.

Hamburg. Vom Ausbau der Autobahn A 7 über Staus wegen der Umgestaltung neuralgischer Kreuzungen wie am Dammtorbahnhof bis zum Bau neuer Velorouten: Der Verkehr in Hamburg ist an vielen Stellen ausgebremst. Nun kommen gleich zwei weitere Engstellen hinzu, die Zehntausende Autofahrer jeden Tag betreffen. An der Amsinckstraße haben gestern umfangreiche Bauarbeiten begonnen, die Krugkoppelbrücke wird vom kommenden Montag an für Autos gesperrt.

Die Erneuerung der Brücke an der Amsinckstraße über den Mittelkanal soll nach Angaben der Verkehrsbehörde gut drei Jahre bis November 2021 dauern. Während der Bauzeit sollen stadtauswärts zwei der drei Fahrstreifen zur Verfügung stehen, stadteinwärts soll der Verkehr weiter dreispurig rollen. Allerdings wird es bis zur endgültigen Einrichtung der Baustelle Anfang Oktober auch stadteinwärts ab 10 Uhr eine Verengung auf zwei Spuren geben.

Amsinckstraße wird an zwölf Wochenenden voll gesperrt

Weil zahlreiche Leitungen über eine Behelfsbrücke verlegt werden müssen, wird die Amsinckstraße darüber hinaus an zwölf Wochenenden voll gesperrt werden. Auto- und Lastwagenfahrer, die aus Richtung Elbbrücken zum Großmarkt fahren wollen, müssen während der ganzen Bauzeit einer Umleitung durch die Hafencity folgen. Fußgänger und Radfahrer kommen an der Baustelle auf verengten Wegen vorbei.

Die Amsinckstraße ist Teil der Bundesstraße 4 und verbindet den Deichtorplatz am Hauptbahnhof mit den Elbbrücken. Sie wird täglich von rund 70.000 Fahrzeugen genutzt. Die aus zwei Teilen bestehende Spannbetonbrücke über den Mittelkanal aus dem Jahr 1956 muss komplett abgerissen und neu gebaut werden.

Krugkoppelbrücke bis Dezember unpassierbar

Damit nicht genug: Auch ein wichtiges Nadelöhr an der Alster wird für Autos gesperrt. Vom 24. September an soll der letzte Abschnitt der Krugkoppelbrücke erneuert werden, deshalb bleibt das von Oberbaudirektor Fritz Schumacher entworfene denkmalgeschützte Bauwerk bis Anfang Dezember für Kraftfahrzeuge unpassierbar, teilte die Verkehrsbehörde mit.

Die Brücke wird seit dem 3. Januar vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) instand gesetzt. Sie führt über die Mündung des Alsterlaufs und dient Fußgängern, Radfahrern und dem Autoverkehr als Verbindung zwischen Harvestehude und Winterhude. Die Sanierung ist erforderlich, weil Schäden im Mauerwerk, an der Brüstung und den Treppenanlagen festgestellt worden waren. In den ersten drei Bauabschnitten brachte der LSBG den Beton unter der Brücke und das äußere Mauerwerk auf Vordermann. Zudem wurden auch die aufwendig gearbeiteten Terrakotta-Schmuckelemente restauriert. Während die Sanierung des Mauerwerks keine Folgen für den Autoverkehr hatte, muss die Brücke nun für Fahrzeuge gesperrt werden. Grund: Der LSBG will bis Dezember die Brückenabdichtungen und den Belag erneuern. Die Vollsperrung soll auch dafür genutzt werden, die geplanten Umbaumaßnahmen für die neuen Radwege der Alster-Fahrradachsen in Angriff zu nehmen.

2019 wird erneut an der Krugkoppelbrücke gebaut

Umleitungen werden während der Sperrung nicht eingerichtet: Es gebe schließlich mehrere Umfahrungsmöglichkeiten, so die Wirtschaftsbehörde. Fußgänger und Radfahrer können die Brücke weiter nutzen, der Schiffsverkehr werde nicht beeinträchtigt. Der Umbau vor und hinter der Brücke, der parallel zur Brückensperrung geplant war, müsse allerdings ins Frühjahr 2019 verschoben werden. Grund: Die vollen Auftragsbücher der Baufirmen.

Die Krugkoppelbrücke ist bei Weitem nicht die einzige Brücke mit Sanierungsbedarf, grundsätzlich gilt die Brückensubstanz in Hamburg als eine der marodesten überhaupt in Deutschland. Die als sanierungsbedürftig eingestufte Brückenfläche sei in den vergangenen vier Jahren von fast 45 auf knapp 50 Prozent gestiegen, sagte der Verkehrsexperte der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Dennis Thering.