Aktion in Hamburg

Fliegende Professoren halten Kurzvorträge in U-Bahn

Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) vor der historischen U-Bahn Hanseat anlässlich der Aktion "Flying Professors" mit Prof. Reinhard Zimmermann, Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, Angel Rubio, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie und Prof. Jochem Marotzke, Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie

Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) vor der historischen U-Bahn Hanseat anlässlich der Aktion "Flying Professors" mit Prof. Reinhard Zimmermann, Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, Angel Rubio, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie und Prof. Jochem Marotzke, Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie

Die "Flying Professors" verwandelten die historische U-Bahn Hanseat in einen mobilen Hörsaal. Teilnehmer sind begeistert.

Hamburg.  Was haben der Klimawandel, die Struktur der Materie und internationales Privatrecht gemeinsam? Mehr als man meinen möchte. Die Themenkomplexe sind die Forschungsschwerpunkte der drei Hamburger Max-Planck-Institute. Anlässlich des heutigen Max-Plancks-Tags sind Professoren aller drei Institute als „Flying Professors“, also fliegende Professoren, aufgetreten. Ort des Geschehens war jedoch nicht in luftiger Höhe, sondern unter der Erde – zumindest streckenweise.

Die Professoren haben im fliegenden Wechsel Kurzvorträge vor Schülern und interessierten Bürgern in der historischen U-Bahn Hanseat abgehalten und diese in einen mobilen Hörsaal verwandelt. Bei Halt Wechsel: Nur rund zwölf Minuten standen jedem Professor während der Fahrt für die Einführung in sein jeweiliges Forschungsgebiet zur Verfügung.

Hanseat fährt auf der Strecke der U3

„Noch drei Minuten“, ruft einer der Organisatoren Professor Jochem Marotzke, Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie, zu. Schnell noch ein paar Infos zum Klimamodell, an dem gerade geforscht wird, dann gehen die Türen auf und Marotzke muss aussteigen. Kurz schüttelt er Professor Cavalleri, vom Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie, auf dem Bahnsteig die Hand, ruft ihm schnell „ Viel Spaß“ zu, dann setzt sich der Hanseat wieder in Bewegung – mit einem neuen Professor an Bord.

Die historische U-Bahn fährt auf der Strecke der U3 – Schlump, Barmbek, Rathaus – hier wird gewechselt. „Wir wollen den Menschen in Hamburg sagen: ‚Wir sind hier‘“, sagt Jenny Witt, Sprecherin des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie. „Ob Meteorologe, Physiker oder Jurist, die Grundlagenforschung eint uns. Das wollen wir mit diesem Format sichtbar machen.“

Schüler zeigen großes Interesse

Der Max-Planck-Tag wird von mehr als 80 Max-Planck-Instituten in 32 deutschen Städten gefeiert. In diesem Jahr erinnern gleich mehrere Anlässe an den Namensgeber der Max-Planck-Gesellschaft und sein wissenschaftliches Erbe: Sein Geburtstag jährt sich zum 160. Mal, vor genau 100 Jahren erhielt er den Nobelpreis für Physik und die Max-Planck-Gesellschaft wurde vor 70 Jahren ins Leben gerufen. „Es ist eine tolle Möglichkeit in kurzen Abschnitten Einblicke zu erhalten, was an unseren Max-Planck-Instituten stattfindet“, sagt Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) über die „Flying Professors“.

Auch sie ist bei der ersten Runde mit an Bord. „Die Professoren bringen ihre spannenden Themen in die Mitte der Stadt und machen Wissenschaft für alle erlebbar.“ Über das große Interesse der Schüler freue sie sich besonders. Bei einigen Teilnehmern haben die Kurzvorlesungen bereits Wirkung gezeigt. „Den Vortrag zur Klimaforschung fand ich besonders spannend“, sagt die 16-jährige Lale Bergeest nach der Fahrt. „Ich kann mir vorstellen, nach der Schule in diese Richtung zu gehen.“

Für Professor Marotzke, der diesen Vortrag gehalten hat, kann es kein besseres Kompliment geben. „Was will man mehr?“, fragt er und schaut dem Hanseat zu, der bei schönstem Herbstwetter zu seiner zweiten Runde aufbricht – mit einem neuen Professor am Mikrofon.