Alsterdorf

Hamburg soll „Haus für Barrierefreiheit“ bekommen

Das Haus in Alsterdorf soll Vorzeigeprojekt für Barrierefreiheit werden

Das Haus in Alsterdorf soll Vorzeigeprojekt für Barrierefreiheit werden

Foto: ESA Holding

Antrag von Rot-Grün: Gebäude in Alsterdorf soll zu einem Kompetenzzentrum werden. Für den Umbau gibt die Stadt 500.000 Euro.

Alsterdorf.  Das Thema Barrierefreiheit betrifft Zehntausende Hamburger – Menschen mit Behinderung ebenso wie Eltern mit Kinderwagen und natürlich Ältere, die nicht mehr gut zu Fuß sind oder bereits auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind. Daher baut die Stadt zum Beispiel seit einigen Jahren mit großem Aufwand U- und S-Bahnhöfe um. Nun wollen SPD und Grüne in der Bürgerschaft das Thema noch stärker ins Bewusstsein rücken und noch umfassender angehen: Wie aus einem Antrag der beiden Regierungsfraktionen hervorgeht, der dem Abendblatt vorliegt, soll das „Haus Michelfelder“ am Alsterdorfer Markt in ein „Haus für Barrierefreiheit“ umgebaut werden.

Das 1898 erbaute Gebäude soll Beratungsstelle, Fortbildungszentrum und Ausstellungsort in einem sein, zum Ausprobieren animieren, Teilhabe fördern und zentraler Anlaufpunkt für Bürger, Unternehmen, Fachleute und Behörden beim Thema Barrierefreiheit werden.

500.000 Euro aus städtischen Mitteln sollen als Zuschuss für den Umbau an die Evangelische Stiftung Alsterdorf fließen, der das Gebäude gehört. Sie soll es nach Abschluss der Arbeiten an das neue „Kompetenzzentrum für ein barrierefreies Hamburg“ und den Verein Barrierefrei Leben e.V. vermieten.

Arbeiten sollen noch in diesem Herbst beginnen

„Die Bündelung der hamburgischen Kompetenz für Barrierefreiheit an einem Standort in Kombination mit einem Beratungs- und Ausstellungsangebot für Bürgerinnen und Bürger ist bundesweit einzigartig“, sagt Regina Jäck, Fachsprecherin für Menschen mit Behinderung der SPD-Bürgerschaftsfraktion. Das „Haus für Barrierefreiheit“ sei ein „Leuchtturm“ und „ein wichtiger Baustein für den Weg Hamburgs zu einer Inklusionsmetropole“.

Mareike Engels, sozialpolitische Sprecherin der Grünen-Bürgerschaftsfraktion, freut sich, dass das Kompetenzzentrum Barrierefreiheit nun ein Dach über den Kopf bekommt: „Je mehr Kompetenzen im Bereich Barrierefreiheit gebündelt werden, desto besser kann Hamburg den Anspruch umsetzen, eine Stadt für alle zu sein. Ich bin mir sicher, dass das neue ,Haus für Barrierefreiheit‘ als Think Tank Vorreiter in diesem Bereich sein wird.“

Wenn die Bürgerschaft wie geplant am 26. September dem Zuschuss an die Stiftung Alsterdorf zustimmt, sollen die Arbeiten noch in diesem Herbst beginnen. Die Eröffnung des „Hauses für Barrierefreiheit“ ist schon für das Frühjahr 2019 geplant.