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Hamburgs Schulen starten den digitalen Unterricht

Ties Rabe stellte die Digitalisierungsbausteine für Hamburgs Schulen vor.

Ties Rabe stellte die Digitalisierungsbausteine für Hamburgs Schulen vor.

Foto: Marcelo Hernandez

Smartphone und Tablet sollen selbstverständlich werden. Bildungssenator stellt am Gymnasium Altona das „digital.learning.lab“ vor.

Hamburg. Der Hamburger Schulunterricht soll digitaler werden. Einen Schritt auf diesem Weg stellte Bildungssenator Ties Rabe (SPD) heute am Gymnasium Altona vor: Das „digital.learning.lab“, eine Internet-Plattform, die Hamburgs Lehrkräfte bei der Entwicklung digitaler Unterrichtseinheiten unterstützen soll.

Auf der Plattform können digitale Unterrichtsbausteine in zahlreichen Fächern für unterschiedliche Schulformen und Jahrgangsstufen kostenlos heruntergeladen werden. „Unser Ziel ist es, dass in jedem Unterrichtsfach digitale Medien wie Smartphone oder Laptop genauso selbstverständlich eingesetzt werden wie Arbeitsheft, Schulbuch und Stift“, sagte Bildungssenator Rabe bei der Präsentation. „Digitale Medien sollen Bücher und Hefte nicht ersetzen, sondern ergänzen. Denn wir müssen die Schülerinnen und Schüler besser auf das Leben in der digitalen Welt vorbereiten.“

30 Lehrer entwickelten das Programm

Das digital.learning.lab startet heute mit den ersten 60 digitalen Unterrichtsbausteinen, die von 30 Hamburger Lehrkräften aus Stadtteilschulen und Gymnasien in den vergangenen fünf Monaten entwickelt wurden. Die Bausteine bieten erprobte Unterrichtsmaterialien und sollen Lehrer anregen, das Internet und digitale Medien im Unterricht einzusetzen.

Entwickelt wurde die registrierungsfreie Plattform von der Technischen Universität Hamburg (TUHH), der Schulbehörde und der Joachim Herz Stiftung. Im weiteren Verlauf des Jahres sollen 120 weitere Bausteine dazukommen. Die Online-Plattform unterstütze Lehrer dabei, „digitale Inhalte und Werkzeuge in Ihren Unterricht zu integrieren“, sagte Sönke Knutzen, Vizepräsident für Lehre von der TUHH. „Sie finden hier neben guten Unterrichtsbeispielen auch gleich alle Hilfestellungen zur Umsetzung.“

Plattform ist frei zugänglich

Da die Plattform frei zugänglich ist, können die Materialien ergänzt, überarbeitet oder kommentiert werden. Eine Redaktion prüft die Vorschläge, bevor diese dann online gestellt werden. „Es ist kein abgeschlossenes Projekt und soll dazu ermutigen, mitzumachen“, so SPD-Politiker Rabe.

300 Hamburger Lehrkräfte werden heute in neun verschiedenen Workshops für die Benutzung der neuen Plattform geschult. Finanziert wird das Projekt, das zunächst auf weitere vier Jahre angelegt ist, vor allem von der Schulbehörde, die dafür rund eine Viertelmillion Euro pro Jahr zur Verfügung stellt. Die TUHH stellt rund 150.000 Euro pro Jahr für Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter bereit. Die Heinrich Herz Stiftung hat das Projekt bereits mit 80.000 Euro unterstützt und will weitere 10.000 Euro investieren.