Hamburg

Bombenattrappe in Eimsbüttel – Polizei ermittelt

Zu keiner Zeit bestand eine Gefahr, so die Polizei. Doch wer macht sich die Mühe, eine Bombenattrappe zu bauen? Und warum?

Hamburg. Neue Details zum Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr am Grindelberg: Bei dem verdächtigen Gegenstand, der gegen 20 Uhr am Sonntagabend an der Bushaltestelle der Linie 5 vor dem Bezirksamt Eimsbüttel entdeckt worden war, handelt es sich um eine Art Bombenattrappe, wie die Polizei auf Anfrage bestätigte. Zwei mit einer grünlichen Flüssigkeit gefüllte Reagenzgläser, offenbar mit einer Zeitschaltuhr zusammengeschaltet, waren auf der Sitzbank entdeckt worden. Über den Notruf war die Polizei alarmiert worden.

Die Beamten gingen am Sonntagabend gleich von einer ernsthaften Bedrohung aus. Ein Entschärfer der Polizei untersuchte den verdächtigen Gegenstand unter Vollschutz mit einem Röntgengerät, danach wurde auf Radioaktivität geprüft. Gleichzeitig baute die Feuerwehr, die mit zwei Löschzügen ausgerückt war, eine Wasserversorgung auf, um im Fall einer Explosion sofort löschen zu können. Auch die Umweltwache der Feuerwehr war mit umfangreicher Messtechnik am Einsatzort. Die Polizei hatte den Bereich rund um die Bushaltestelle und die Straße Grindelberg weiträumig abgesperrt.

Es bestand "zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr"

Wenig später stellte sich heraus, dass von den aufgefundenen Substanzen und der Vorrichtung keine Gefahr ausgehen. „Es hat zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden“, sagte Polizeisprecher Ulf Wundrack. „Der Gegenstand wurde gesichert und wird weiter untersucht“. Die weiteren Ermittlungen führt nun das Landeskriminalamt.

Ende Mai dieses Jahres hatte eine Serie von verdächtigen Briefsendungen die Feuerwehr in Atem gehalten. An nur einem Tag wurde nach einem Fehlalarm im Ziviljustizgebäude ein weiterer Brief mit einem weißen Pulver in der Verwaltung der Deutschen Bahn am Hauptbahnhof entdeckt. Wenig später rückte die Feuerwehr dann zum Gebäude der Staatsanwaltschaft in der Kaiser-Wilhelm-Straße gerufen. Dort entdeckten Mitarbeiter in der Poststelle einen Briefumschlag, in dem sich ebenfalls weißes Pulver befand.

Die Sorge, dass es sich bei dem Pulver um den gefährlichen Milzbranderreger Anthrax oder eine andere giftige Substanz handeln könnte, bestätigten sich nicht. Die Feuerwehr konnte nach kurzer Zeit Entwarnung geben: In den Umschlägen aus dem Gerichtsgebäude und dem Hauptbahnhof befand sich Waschpulver.