Bahnhofsverlegung

„Wir sind von den Schienen sehr eingegrenzt“

In der Neuen Mitte Altona wird noch
kräftig gebaut

In der Neuen Mitte Altona wird noch kräftig gebaut

Foto: Cian Hartung / HA

Was die Bewohner der Neuen Mitte Altona zu dem Urteil über die Bahnhofsverlegung sagen. Die Meinungen sind gespalten.

Hamburg.  Das Quartier Neue Mitte an der Harkortstraße in Altona wird gerade erst zum Leben erweckt. Seit Dezember vergangenen Jahres ziehen junge Familien, Arbeitstätige, Studenten und Senioren in die ersten fertigen Wohnblocks ein. Wie finden sie das mögliche Aus für die geplante Verlegung des Bahnhofs? Die Meinungen sind gespalten.

Familienvater Jochen Andriske (34) ist mit seiner Frau und seinem Sohn von St. Pauli nach Altona gezogen. Für seinen Sohn wünscht er sich mehr Spielmöglichkeiten durch eine Erweiterung der Parkanlage auf das aktuelle Schienengelände. „Die Gebäude stehen hier sehr dicht“, sagt er. „Es wäre förderlich für die gesamte Nachbarschaft, mehr Luft zum Atmen zu haben. Momentan sind wir noch von den Schienen sehr eingegrenzt.“

Klagen über den Lärm

Helga Gräfe (61), die mit ihrem Mann vom Grindelhof in die Neue Mitte Altona gezogen ist, beklagt den Lärm der Bahnen: „Natürlich wussten wir, wo wir hier hinziehen. Wir hatten aber auch darauf gehofft, dass sich der Lärm irgendwann mit dem Umzug des Bahnhofs nach Diebsteich verlagert. Besonders den ICE hört man abends und am frühen Morgen sehr.“

Leon Hertz (27), Student, stört es nicht, dass der Umzug des Bahnhofs ins Wasser zu fallen droht. Er sei gerade wegen der Nähe zum Altonaer Bahnhof aus Eidelstedt in die Neue Mitte gezogen. Er erfülle sich nun den Traum einer Wohnung nahe dem Stadtzentrum. Hier sei er in der Nähe von Sternschanze und dem Kiez. Dies solle auch weiterhin so bleiben, sagt der BWL- Student.

Parkplatzsituation hat sich verschlechtert

Langjährige Bewohner der Altbauten an der Harkortstraße zeigen sich enttäuscht von dem Urteil des Gerichts. Grund: die verschlechterte Verkehrs- und Parkplatzsituation. Trotz Tiefgaragen in den Neubauten habe sich der Verkehr seit diesem Jahr zugespitzt. Erst habe ein Zebrastreifen für mehr Stillstand und Lärm auf den Straßen gesorgt, bald solle eine Bushaltestelle dazukommen.

Leitartikel: Weit mehr als ein Bahnhof

„Mit dem Umzug des Altonaer Bahnhofs hätte die Stadt mehr Fläche auf dem alten Schienenareal erschließen können. Wenn das wegfällt, wird es hier langfristig echte Parkplatzprobleme geben“, meint der Anwohner Michael Kandinsky (35). Auch sein Nachbar Piet Abele (36) sagt: „Momentan versperren die vielen Sandhügel und Bauzäune die Parkplätze. Ein Umzug des Bahnhofs würde hoffentlich die Parkplatzsituation entlasten und mehr Parkmöglichkeiten auf dem neu erschlossenen Schienengelände bieten.“