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Empörung über Aus für die SchreiBaby-Ambulanz

Opposition fordert den Erhalt der Einrichtungund attackiert den Senat

hamburg. CDU und FDP kritisieren die gescheiterten Verhandlungen des Senats mit der SchreiBaby-Ambulanz Hamburg (SBA). Wie berichtet, soll die Einrichtung, die unkomplizierte Hilfe für Kinder mit Schlaf-, Ess- oder Entwicklungsstörungen (insbesondere sogenannte „Schreibabys“) und deren Eltern anbietet, zum 31. August geschlossen werden. Grund ist die fehlende Finanzierung durch den Senat. „Die angekündigte Schließung der SBA macht fassungslos“, sagt Marcus Weinberg, familienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Abgeordneter für Hamburg und Altona. „Seit über zehn Jahren leisten die Mitarbeiter hervorragende Arbeit, werden von Eltern wie von Experten geschätzt. Der Senat sieht sich nun nicht in der Lage, dieses wichtige Angebot aufrechtzuerhalten. Das ist katastrophal, auch für den Kinderschutz in der Stadt.“ Es müsse nun schnellstens ein Weg gefunden werden, die Finanzierung der SBA sicherzustellen.“

Kritik am Scheitern der Verhandlungen kommt auch von der FDP. „Es ist bitter, dass keine Lösung mit der Stadt gefunden werden konnte“, sagt Daniel Oetzel, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bürgerschaftsfraktion. „Nun geht eine Einrichtung verloren, die nachweislich seit Jahren sehr gute Arbeit macht und unschätzbare Erfahrung in diesem Bereich aufgebaut hat.“ Oeztel hatte bereits im November die finanzielle Situation der SBA in einer Kleinen Anfrage an den Senat thematisiert. Zu einem Zeitpunkt, als die Planungen zur zukünftigen Förderung der Einrichtung noch nicht abgeschlossen waren.

„Eine gut funktionierende Schrei­Baby-Ambulanz kann Kinderleben retten – damit spielt man nicht“, sagt Philipp Heißner. Der Fachsprecher für Familie, Kinder und Jugend in der CDU-Bürgerschaftsfraktion fordert eine sofortige Übergangsfinanzierung für die SBA bis eine langfristige Lösung gefunden werden kann. In der Vergangenheit sei es immer wieder zu schweren Kindesmisshandlungen und sogar Todesfällen gekommen, weil Eltern vermutlich mit ihren schreienden Kindern überfordert waren, so Heißner.

Bis zu 200 Babys in Deutschland erleiden Jahr für Jahr Hirnschäden durch ein Schütteltrauma. Eine Studie aus dem letzten Jahr belegt, dass nur jeder zweite Deutsche weiß, dass das Schütteln eines Babys tödliche Folgen haben kann. „Deshalb muss in diesem Bereich aufgestockt, nicht abgebaut werden!“, so die Forderung von Markus Weinberg.