Eppendorf

Parkverbot für Kanus – Bezirk zettelt Boote ab

Besitzer müssen abgestellte Wasserfahrzeuge binnen zweier Wochen vom Ufer entfernen

Eppendorf. Bei der gegenwärtigen Hitze gibt es kaum etwas Schöneres, als mit dem Kanu über Hamburgs Kanäle oder auf der Alster zu paddeln und dabei die Seele baumeln zu lassen. Tausende Hamburger verbringen so die heißen Tage in der Hansestadt.

Doch die Kanuflut auf Hamburgs Gewässern hat auch eine Schattenseite: Nach Angaben des Bezirksamts Nord lassen immer mehr Paddler ihre Boote einfach an den Böschungen der Alster und diverser Kanäle liegen. „Pflanzen und Tiere werden durch die illegal abgelegten Kanus gestört“, sagte der Sprecher des Bezirksamts, Daniel Gritz, dem Abendblatt. Außerdem seien die Boote, die teilweise schon über Monate hinweg an den Uferböschungen lägen, „nicht gerade eine Augenweide.“

Viele Anwohner und Spaziergänger hätten sich über die abgestellten Boote beschwert. Besonders betroffen sind laut Bezirksamt der Isebekkanal, der Kuhmühlenteich, der Barmbeker Stichkanal und Teile des Goldbekkanals.

Vor diesem Hintergrund geht das Bezirksamt Nord in diesem Jahr jetzt erstmals gegen die illegal abgelegten Kanus vor. Mitarbeiter des „Managements des öffentlichen Raums“ haben eine sogenannte Abzettel-Aktion gestartet. Sie hängen rote Zettel an alle abgestellten Kanus, die an den Ufern entdeckt werden, mit dem Hinweis, dass die Eigentümer ihre Boote möglichst umgehend entfernen sollen.

Geschieht dies binnen zwei Wochen nicht, dann werden die Kanus abgeholt, eingelagert und nach einer gewissen Wartezeit versteigert. Zudem droht ein hohes Bußgeld von bis zu 150 Euro – sofern die Eigentümer der Boote ermittelt werden können. Außerdem werden den Eigentümern die Kosten für Transport und Lagerung in Rechnung gestellt.

Erste Erfolge am Kuhmühlenteich

Schon zu Beginn der Saison hatten die Bezirksamtsmitarbeiter 44 rote Zettel an illegal abgelegten Booten angebracht. Schwerpunkt waren der Kuhmühlenteich und die Uferböschung Eilenau. Auch am Leinpfad und am Hegestieg wurden die Mitarbeiter fündig, wie aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bezirksfraktion hervorgeht.

Bei einer Abzettel-Aktion am Mittwoch fanden die Mitarbeiter am Kuhmühlenteich noch 14 Kanus, zwölf weniger als bei der letzten Zählung. Insofern könne das harte Durchgreifen gegen die illegal abgelegten Boote durchaus als Erfolg gewertet werden, heißt es in der Behörde.