Hamburg-Nord

Bezirk geht an der Alster gegen illegal abgelegte Boote vor

Ein Kanufahrer auf der Alster

Ein Kanufahrer auf der Alster

Foto: imago/ JOKER/GudrunxPetersen

Immer mehr Hamburger lassen ihre Kanus am Ufer liegen. Nun greift das Bezirksamt Nord durch, es droht ein hohes Bußgeld.

Hamburg. In der aktuellen Hitzewelle gibt es kaum etwas Schöneres: Mit dem Kanu über Hamburgs Kanäle oder auf der Alster paddeln und dabei die Seele baumeln lassen. Tausende Hamburger verbringen so die heißen Tage in der Hansestadt.

Doch die Kanuflut auf Hamburgs Gewässern hat auch eine Schattenseite: Nach Angaben des Bezirksamts Nord lassen immer mehr Hobbysportler ihre Boote einfach an den Böschungen der Alster und diverser Kanäle liegen. "Pflanzen und Tiere werden durch die illegal abgelegten Kanus gestört", sagt der Sprecher des Bezirksamts, Daniel Gritz, dem Abendblatt. Außerdem seien die Boote, die teilweise schon über Monate hinweg an den Uferböschungen lägen, "nicht gerade eine Augenweide."

Kanus werden abgeholt und versteigert

Viele Anwohner und Spaziergänger hätten sich über das Problem beschwert. Besonders betroffen sind laut Bezirksamt der Isebekkanal, der Kuhmühlenteich, der Barmbeker Stichkanal und in Teilbereichen der Goldbekkanal.

Vor diesem Hintergrund geht das Bezirksamt in diesem Jahr erstmals gegen die illegal abgelegten Kanus vor. Mitarbeiter des Managements des Öffentlichen Raums haben eine sogenannte "Abzettel-Aktion" gestartet. Sie hängen rote Zettel an die Kanus, die an den Ufern entdeckt werden, mit dem Hinweis, dass die Eigentümer ihre Boote möglichst umgehend entfernen sollen.

Geschieht dies binnen zwei Wochen nicht, dann werden die Kanus abgeholt, eingelagert und nach einer gewissen Wartezeit versteigert. Zudem droht ein hohes Bußgeld von bis bis zu 150 Euro – wenn die Eigentümer der Boote denn ermittelt werden können. Außerdem werden den Eigentümern die Kosten für Transport und Lagerung in Rechnung gestellt.

Erste Erfolge am Kuhmühlenteich

Schon zu Beginn der Saison haben die Bezirksamtsmitarbeiter insgesamt 44 rote Zettel an illegal abgelegten Booten angebracht. Schwerpunkt waren dabei der Kuhmühlenteich und die Uferböschung Eilenau. Auch am Leinpfad und am Hegestieg wurden die Mitarbeiter fündig, wie aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bezirksfraktion hervorgeht.

Bei einer Abzettel-Aktion am Mittwoch fanden die Mitarbeiter am Kuhmühlenteich noch 14 Kanus, zwölf weniger als bei der letzten Zählung. Insofern könne das harte Durchgreifen gegen die illegal abgelegten Boote durchaus als Erfolg gewertet werden, heißt es aus der Behörde.