Hamburg

Sperrung von Notaufnahmen: FDP kritisiert Senatorin

Hamburg. Die zeitlich befristeten Abmeldungen der Notaufnahmen Hamburger Krankenhäuser sind laut Gesundheitsbehörde ein „alltäglicher Vorgang“. Wie berichtet hatten sich die Klinik-Notaufnahmen im ersten Halbjahr insgesamt 1100 Stunden von der Notfallversorgung abgemeldet. Zu den sehr langen Abmeldungen zweier Kliniken, die in der Statistik der Feuerwehr anscheinend falsch dokumentiert waren, wollte sich die Gesundheitsbehörde nicht äußern.

Technische Defekte oder eine große Zahl akuter Notfälle seien Gründe, die längere Sperrungen notwendig machten. Sperrungen wegen Personalmangels bezeichnete Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) gegenüber dem Abendblatt jedoch als „indiskutabel“. Roland Ahrendt, Sprecher der Gesundheitsbehörde: „Es ist Aufgabe eines Krankenhausbetreibers, hier das notwendige Personal vorzuhalten und entsprechende Vorkehrungen zu treffen, dass solche Engpässe nicht vorkommen.“

Die Notfallversorgung in Hamburg stehe auf einem stabilen Fundament, sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Sylvia Wowretzko. „Auch wenn sich vereinzelt Notaufnahmen von der Versorgung abmelden, bleibt die Versorgungsstruktur durch die rund 20 Krankenhäuser mit Notaufnahmen intakt.“ Das neue Pflegepersonalstärkungsgesetz, das die Große Koalition derzeit in Berlin auf den Weg bringt, werde künftig „sicherlich auch zu einer Entlastung der Notaufnahmen beitragen“, so Wowretzko weiter.

Die Gesundheitsexpertin der FDP, Jennyfer Dutschke, kritisiert, dass die Gesundheitsbehörde die einzelnen Sperrungen nicht öffentlich macht: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass Senatorin Prüfer-Storcks hier keinen Aufklärungswillen zeigt. Wir haben eine Anfrage an den Senat gestellt, um Transparenz zu erhalten.“