Hamburg

Schließung der Notaufnahme war „Ausnahmesituation“

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) besucht Notfallpraxis Farmsen und äußert sich zum Fall der Asklepios Klinik St. Georg

Hamburg. Dass die Asklepios Klinik St. Georg am Montag ihre internistische Notaufnahme aus Personalmangel für sechs Stunden schließen musste, bezeichnete Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) als eine „Ausnahmesituation“. Wie berichtet, war die Klinik zwischen 16 Uhr und 22.30 Uhr von der internistischen Notfallversorgung abgemeldet. „Die Sperrung in diesem Zeitumfang war außergewöhnlich“, sagte Kliniksprecher Mathias Eberenz dem Abendblatt. Durch einen kurzfristigen Ausfall sei der Spätdienst an diesem Abend nicht wie normalerweise doppelt besetzt gewesen.

Dass sich Hamburger Kliniken aus „Kapazitätsengpässen“ kurzfristig stundenweise von einer fachspezifischen Intensivversorgung abmeldeten, sei laut Eberenz „durchaus üblich“. Die Zeitspanne von sechs Stunden sei jedoch ein Einzelfall. „Wir müssen die Angelegenheit jetzt intern aufarbeiten“, so Eberenz weiter. Senatorin Prüfer-Storcks, die im Rahmen ihrer Sommertour am Mittwoch die Notfallpraxis in Farmsen besuchte, bestätigte zwar, dass es immer mal wieder passieren könne, dass sich Kliniken stundenweise in Teilen von der Notfallversorgung abmeldeten, aber „so eine große Klinik sollte jemanden in der Hinterhand haben“.

Gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung, Walter Plassmann, warb die Senatorin für den neuen Arztruf 116 117 und informierte sich über die Abläufe in der Notfallpraxis.

Rund 2500 Patienten hätten die telefonische Beratung laut Plassmann im Juni genutzt. Tendenz steigend. Aber: Noch immer sei die Nummer nicht bekannt genug. Der Arztruf soll zusammen mit den drei Notfallpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung die Notfallambulanzen der Krankenhäuser entlasten.